Bouerngarten - verschiedene Garten - Gartenblumen
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Die verschiedenen Gartenformen

Der Bouerngarten


Ein Merkmal des Bauerngartens ist die Verbindung des Nützlichen mit dem Dekorativen. So pflanzt man gerne Blumen und Gemüse auf engstem Raum.


Fast schien es, als wäre er ausgestorben, der traditionelle Bauerngarten, früher einmal der Schmuck ländlicher Gegenden. Er spiegelte mit den artenreichen Pflanzen und den an den klassischen Gestaltungsmerkmalen ausgerichteten Aufbau etwas von dem Geist der Gartenkultur vergangener Zeiten wider.

Anfangs war er in erster Linie ein reiner Nutzgarten, der den Gemüse- und Kräuterbedarf der Familie decken musste. Erst später kamen dann jene Blumen und Zierpflanzen hinzu, die das Bild von einem zünftigen Bauerngarten prägten. In dem gleichen Maße, wie man sich heute um die Wiederbelebung alter Werte kümmert, hat man auch den alten Bauerngarten wiederentdeckt und versucht, ihn in ländlichen Gebieten im Zusammenhang mit dem Erhalten alten bäuerlichen Kulturgutes und der historischen Bausubstanz wieder zu kultivieren.

Die Ursprünge des Bauerngartens

Um dem Wesen dieser Gartenart etwas näher zu kommen, machen wir einen kleinen Exkurs in die Entstehungsgeschichte. Sie geht weit zurück, bis zu den Anfängen der Menschheit beziehungsweise deren ersten Siedlungsversuchen. Diese Siedler sammelten essbare Pflanzen, und damit sie nicht mehr so weit laufen mussten, pflanzten sie sie in der Nähe ihrer Behausungen an. Diese ersten Gärten dienten also nur dazu, den Hunger zu stillen.

Doch eigentlich hatte das noch nichts mit dem zu tun, was wir heute unter Gartenbau verstehen. Der begann in Deutschland erst zwischen dem 9. und dem 10. Jahrhundert. Es waren jedoch nicht die Siedler oder Bauern, die sich damit beschäftigten, sondern Benediktinermönche, die Kenntnisse über den Anbau von Heilkräutern und Gemüse aus Italien mitbrachten. Dieses Wissen - und wohl auch die Samen - stammte aus den Gärten der alten Römer.

Entscheidend für die Verbreitung der Gärten war zweifellos das starke Engagement von Karl dem Großen, der bereits 812 in dem sogenannten „Capitulare de villis", einer Art karolingischer Landgüterverordnung, die Gartengestaltung verordnete. So beginnt das Kapitel 70 des „Capitulare" mit dem kaiserlichen Wunsch: „Wir wollen, dass man im Garten alle Kräuter habe...", und es folgte eine Aufzählung von etwa 90 Pflanzenarten, darunter auch Gemüse- und vor allem Obstsorten. Es ist schon erstaunlich, worum dieser umsichtige Herrscher sich kümmerte.

Doch vorerst beschäftigten sich hauptsächlich die Klöster mit der Anlage von Gärten. So stammt aus dem frühen Mittelalter von der Benediktineräbtissin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) eine ausführliche Beschreibung einer Vielzahl von Pflanzen, besonders von Heilpflanzen. Die meisten zählten später zu dem typischen Bestand der Bauerngärten. Im Mittelalter entwickelten sich zwar die Bauerngärten weiter, doch sie enthielten ausschließlich Gemüse-, Arznei- und Gewürzpflanzen. Erst im 16. Jahrhundert machten sich vereinzelt Einflüsse der italienischen Renaissance bemerkbar. Typisches Relikt ist die Buchseinfassung der Beete. Und bald darauf zeigte sich eine ausgesprochene Vorliebe für Zierpflanzen.

Interessanterweise lässt sich die Entwicklung der großen Gartenbaukunst in bescheidenem Maße in den bäuerlichen Gärten wiederfinden. So fassten im 17. und 18. Jahrhundert schnell die neueingeführten fremden Pflanzenarten im Bauerngarten Fuß. Exotische Pflanzen waren sehr begehrt. Doch als man gegen Ende des vorigen Jahrhunderts begann, die Mode der nach englischem Vorbild gestalteten Gärten mit bescheidenen Mitteln zu imitieren, wurden diese Exoten wieder verbannt.

Mit dem Wirtschaftsaufschwung der 50er Jahre nahm auch auf dem Lande die Bautätigkeit erheblich zu, wobei eine Menge Gärten verschwanden. Ein neues, am wirtschaftlichen Erfolg orientiertes Wertesystem bewirkte bei der jungen Landgeneration erlahmendes Interesse am Bauerngarten. Vorbei die Zeiten, da die Bäuerin in ihrem Garten liebevoll ihre Blumen und Nutzpflanzen hegte und pflegte. Gemüse wurde durch die Intensivierung der Landwirtschaft billiger, wenn man es im Supermarkt einkaufte, und Blumen gab es in allen Variationen und Farbspielen im Blumenladen. Erst heute wieder erwacht das Interesse an den Bauerngärten, und man versucht sie nach altem Muster nachzugestalten.

Wie sah der typische Bauerngarten aus?

Die Grundform der meisten Bauerngärten war rechteckig oder quadratisch, was eine saubere und ordentliche Aufteilung der Flächen nach der Nutzungsart ermöglichte. Der Kreuzweg, der sie häufig in vier Flächen aufteilte, stammt von den mittelalterlichen Klostergärten. Oft wurde im Schnittpunkt der beiden Hauptwege ein Rondell angelegt, das einen Durchmesser von etwa 2 m hatte und das mit einer besonders farbenfrohen Bepflanzung versehen wurde. Gerne ließ man Rosen, Lilien oder Pfingstrosen blühen. Die übrigen Bereiche trennten bestimmte Pflanzengruppen wie Gemüse, Heilpflanzen und Kräuter. Die symmetrische Aufteilung wurde noch durch Beeteinfassungen aus Buchshecken hervorgehoben.

Obstbäume, die ebenfalls zum Bauerngarten gehörten, standen meist außerhalb des festumrissenen und eingezäunten Areals. In sturmgefährdeten Gegenden bildeten sie gleichzeitig einen Schutzwall. Blumen und andere Zierpflanzen erhielten einen bevorzugten Platz entlang der Wege. Höherwachsende Stauden pflanzte man in Zaunnähe, damit sie daran festgebunden werden konnten. Die Wegkanten wurden nicht nur aus optischen Gründen mit Buchsbaumhecken eingefasst. Sie verhinderten auch, dass das Erdreich von den Beeten bei Regenfällen auf die Wege geschwemmt wurde. Regelmäßiger Schnitt und Pflege betonten die ornamentale Wirkung dieser Einfassungen. Sie waren das eigentlich typische Gestaltungselement der Bauerngärten.

Ein weiteres war die Einzäunung des Gartens. Ursprünglich sollte der Zaun das Wild von den kultivierten Pflanzen abhalten. Doch dann entdeckte man die gestalterischen Möglichkeiten und gab sich beim Bau des Zaunes besondere Mühe. Als Material wurden verzierte Bretter oder Latten, aber auch Staketen benutzt.

Einigen Bauern muss der Zaun wohl etwas zu streng vorgekommen sein, denn sie pflanzten statt dessen Sträucher und Heckengehölze als Umzäunung. Hecken aus Hasel, Feldahorn, Wildrosen, Schlehen, Weißdorn oder Liguster hatten außerdem noch den Vorteil, dass sie einen guten Wind- und Sichtschutz boten. Andererseits mussten sie gepflegt, das heißt geschnitten werden, nahmen mehr Platz ein und warfen auch Schatten auf die Beete. Dennoch waren sie recht beliebt.

Das Anlegen eines Bauerngartens

Wer sich den Sinn für die einfache Schönheit eines solchen Bauerngartens bewahrt hat, kann ihn mit einfachen Mitteln anlegen und damit die artenreiche Pflanzenvielfalt der Bauerngärten bewahren helfen. Ideal wäre es natürlich, wenn man über das entsprechende Haus verfügt, vor das ein solcher Garten passt.

Als erste Maßnahme wird der Boden nach der üblichen Weise vorbereitet, das heißt, er muss umgegraben werden, wobei verrotteter Stallmist oder Kompost untergegraben wird. Auch organische Dünger wie Hornspäne können den Boden mit verbessern helfen. Ist der Boden zu stark verfestigt, kann die Struktur durch Beimengung von feinem Kies wasserdurchlässiger gemacht werden.

Sie brauchen sich nicht unbedingt an die strenge Einteilung alter Bauerngärten zu halten. Wichtig ist aber, dass Sie vorher eine kleine Skizze anfertigen, wie der Garten aussehen soll. Das erleichtert unter anderem den Einkauf der benötigten Pflanzen.

Nun werden auf dem umgegrabenen Erdreich die Wege markiert. Dazu verwendet man zwei Holzpflöcke mit einer langen Schnur, die entlang der geplanten Wegkante gespannt wird. Möchte man in das Wegesystem ein Rondell oder sogar mehrere ornamentale Beete einbauen, zeichnet man die Linien am besten erst mit einem selbstgebastelten „Zirkel" vor. Dazu benutzt man ein Stück Schnur mit einem Holzpflock an jedem Ende. Der eine wird in den Mittelpunkt gesteckt, mit dem anderen beschreibt man den Kreis für das Rondell.

Für die Einfassung der Beete werden Steine benutzt, was ganz gut zum Kies der Wege passt. Möchte man jedoch, getreu dem bäuerlichen Original, Buchsbaumeinfassungen anlegen, so erhält man die dafür benötigten Gewächse in Baumschulen, wo sie per laufendem m angeboten werden. Pro m braucht man etwa zehn Pflanzen. Die Wege zwischen den Beeten werden nicht befestigt. Es genügt, wenn sie mit den Füßen festgetrampelt werden, und zwar gerade so breit, dass man bequem darauf laufen kann.

Für die Beeteinfassungen bieten sich heute aber auch kurze Palisadenhölzer an, die der Garten-Zubehörhandel in großer Auswahl und gleich druckimprägniert führt.


Das typische Gestaltungselement des Bauerngartens ist das buchsbaumgefasste Blumenrondell. Auch die hübschen Moosrosen dürfen in keinem Bauerngarten fehlen.


Die Pflanzen des Bauerngartens

Wie wir bereits erwähnten, war die Pflanzenvielfalt geradezu ein Merkmal dieser Gartenart. Die Auswahl variierte zwar von Gegend zu Gegend geringfügig, und häufig beeinflusste auch der Geschmack der jeweiligen Zeit die Art der Bepflanzung, aber es gibt einige Pflanzen, die besonders typisch sind und waren. Die typischsten Blumen und Ziergehölze wollen wir als Anregung hier kurz erwähnen. Trotz der im Grunde flachen Bepflanzung der Bauerngärten waren doch einige Gehölzarten sehr beliebt, wobei sie hauptsächlich wegen ihrer Nützlichkeit gepflanzt wurden. Dazu gehörten Hasel, Moosrose und Holunder. Wichtig für die Umrandung war der Buchs, und als Blütenstrauch wurde der Flieder geschätzt.

Buchsbaum - Buxus sempervirens

Ohne den Buchsbaum waren Bauerngärten undenkbar. Dieser immergrüne Strauch ist ursprünglich in Südeuropa, Kleinasien und Nordafrika heimisch. Wahrscheinlich zierte er bereits die Gärten der alten Römer. Übrigens schätzte man den Buchsbaum, der in unseren Breiten nur sehr langsamwüchsig ist, auch als Heilpflanze, weil in den kleinen Blättern und der Wurzelrinde Alkaloide enthalten sind. Die dichte Zwergform „Suffruticosa" eignet sich ausgezeichnet als Einfassung der Beete. Als Busch wird er höchstens 2 m hoch. Er ist ansonsten ziemlich anspruchslos und unempfindlich gegen ungünstige Witterungseinflüsse. Der Buchs, wie er im Volksmund genannt wird, liebt durchlässigen, kalkhaltigen Humusboden. Er gedeiht auch im Schatten und verträgt einen starken Beschnitt. Im Gegensatz zu anderen Sträuchern und den Bäumen schneidet man ihn von Ende Juli bis Mitte August.

Moosrose oder Zentifolie - Rosa centifolia

Mit ihr kamen Anmut und Schönheit in den Bauerngarten. Anfangs wurden wahrscheinlich heimische Wildrosen als Schutzhecken angepflanzt. Die Zentifolie oder die Hundertblättrige, wie ihr übersetzter Name wegen der zahlreichen Blütenblätter lautet, gehört zu den ältesten Gartenrosen. Um 1700 existierten etwa 200 Sorten, die zum großen Teil aber wieder verschwanden. Man findet sie heute nur noch sehr selten. So sind diese alten Rosensorten kaum in Gärtnereien zu bekommen. Sie werden höchstens als Rarität von einigen Rosenschulen angeboten.

Gewöhnlicher Flieder - Syringa vulgaris

Sehr verbreitet war im Bauerngarten der Fliederbusch. Seine stark duftenden Blütendolden treiben im Mai aus. Der Flieder erscheint uns heute als ein solch alltäglicher Zierstrauch, dass man ihn für eine heimische Pflanze hält. Aber er wurde erst 1548 in einem türkischen Garten in Konstantinopel entdeckt. Ein kaiserlicher Gesandter brachte ihn mit nach Wien, von wo aus er über ganz Europa verbreitete wurde.

Der Flieder ist ein sehr anspruchsloses Gehölz, das besonders gut in nährstoffreichen Böden gedeiht. Die üppige Blüte wird durch Düngung mit Stallmist oder Kompost gefördert. Außerdem liebt der Flieder die Sonne. Große und zu dicht gewordene Fliederbüsche muss man ziemlich rigoros zurückschneiden, weil sie dazu neigen, von unten her zu vermählen. Flieder kann eine Höhe bis zu 7 m erreichen und man sollte sich nicht scheuen, auch einmal die dickeren Äste zu kappen, denn sie schlagen im kommenden Jahr um so besser aus und erreichen bald ihre alte Höhe.

Während der Flieder früher kleine blasslila Blütendolden hatte, haben sich heute großblütigere und stärkerfarbige Sorten durchgesetzt. Übrigens müssen die Fruchtstände nach der Blüte ausgebrochen werden, damit er im Jahr darauf wieder kräftig blühen kann. Diese Maßnahme erübrigt sich, wenn man die blühenden Zweige für die Vase abschneidet.

Schwarzer Münder - Sambucus nigra

Zwar war der Holunder meist nicht direkt im Bauerngarten zu finden, aber er wucherte wild in der Umgebung des Hofes. Der stark wachsende Strauch siedelt sich von selbst gerne auf nährstoffreichen Böden an. Der Holunderstrauch wurde schon in sehr früher Zeit als Heilpflanze benutzt. Die Blüten, große gelblichweiße Scheindolden, die im Juni und Juli austreiben, haben eine schweiß- und harntreibende Wirkung. Und auch aus den schwarzen Beeren bereitete man Saft oder Fruchtmus, das gegen Erkältungskrankheiten und Entzündungen der Luftwege benutzt wurde. Nicht umsonst bezeichnete man den Holunder im Volksmund als „die lebendige Apotheke des deutschen Einödbauern".

Zu groß oder zu alt gewordene Holundersträucher kann man durch kräftigen Rückschnitt verjüngen, wenn im späten Herbst alle Zweige bis zum Boden abgeschnitten werden. Im folgenden Jahr erscheinen viele Triebe aus den Stümpfen, und in wenigen Jahren hat er sich wieder aufgebaut.

Winterharte Stauden

Stauden sind mehrjährige Pflanzen, die mit ihrem Wurzelsystem sowohl Trockenperioden als auch den Winter schadlos überstehen, weil sie alle wichtigen Nährstoffe in den Wurzeln einlagern. Im nächsten Frühjahr treiben die Stauden aus vorgebildeten Knospen im Wurzelbereich neu aus. Der obere Teil dieser Pflanzen ist fast immer krautartig und stirbt nach der Vegetationsperiode ab. Von Zeit zu Zeit müssen die alten Wurzelstöcke getrennt werden, damit sie wieder besser blühen können. Nur wenige Vertreter aus dieser Pflanzenart lassen sich nicht teilen, wie zum Beispiel Tränendes Herz, Mohn, Akelei oder Schleierkraut.

Andere wie die Christ- oder Pfingstrosen vertragen es nicht, wenn man sie umpflanzt. Alle Stauden lieben eine gute Nährstoffversorgung. In den Bauerngärten bereitete das kaum Probleme, denn gedüngt wurde mit Stallmist. Wichtig ist, dass man in Staudenpflanzungen und darum herum nicht tief umgraben darf. Leichte, flache Bodenauflockerung mit der Hacke genügt. Dabei sollte jährlich einmal Humus oder verrotteter Stallmist mit eingearbeitet werden.

Tränendes Herz - Dicentra spectabilis

Diese Staude mit den merkwürdig geformten Blüten, die wie kleine Herzen mit einem Tropfen aussehen, blühte 1847 zum ersten Mal in Europa und breitete sich danach sehr schnell aus. Sie entwickelte sich zu einer der beliebtesten Gartenblumen. Ursprünglich war sie in China beheimatet. Die dekorative Staude blüht von Anfang bis Ende Mai, und da ihre ausgefallene Form die Menschen zu romantischen Gedanken anregte, wurde sie so beliebt, dass man sie oft zum Mittelpunkt des Gartens machte. Die ursprüngliche Waldpflanze liebt humosen Boden und eine windgeschützte, etwas halbschattige Lage. Doch wenn die Tränenden Herzen einigermaßen feucht gehalten werden, nehmen sie auch volle Sonne nicht übel. Sehr günstig wirkt sich die Anreicherung des Bodens mit Stallmist aus. Der Wurzelstock darf nicht zu tief in die Erde gepflanzt werden. Allerdings sollte man die Pflanze nicht durch zu tiefes Hacken oder Graben oder gar durch Umpflanzen stören. Bei Neupflanzungen empfiehlt es sich, die Staude mit Torfballen aus der Gärtnerei zu beziehen. Sollten die Tränenden Herzen einmal vom Spätfrost überrascht werden, dann werden die erfrorenen Triebe bald wieder durch neue ersetzt.

Gelbrote Taglilie - Hemerocallis fulva

Diese Lilienverwandte wurde bereits im 16. Jahrhundert in den ländlichen Gärten gepflanzt. Ihren Namen hat die üppig blühende Staude von der sehr kurzen Dauer der einzelnen Blüten, die immer nur einen Tag überstehen. Dafür bilden sich von Juni bis Juli jeden Tag neue Blütenkelche. Die Taglilie verträgt eigentlich jeden Boden, wenn er gedüngt wird und wenn der Standort möglichst vollsonnig ist. Die Blütenstände bekommen eine Höhe von ungefähr 80 cm und es empfiehlt sich, die Staude für sich allein zu pflanzen, da sie sich mit anderen Pflanzen nur schlecht verträgt. Zu stark ausgewucherte Taglilien werden im Frühjahr mit einem Spaten geteilt.

Schwertlilie - Iris germanica

Auch diese Lilienverwandte ist eine alte Bauernpflanze. Ursprünglich waren die Schwertlilien mit ihren dunkelvioletten Blüten eine wichtige Pflanze für die Volksheilkunde. Da die getrockneten Wurzeln nach Veilchen duften, wurden sie früher auch „Veilchenwurzel" genannt. Schwertlilien sind recht genügsame Pflanzen und entfalten ihre auf bis zu 80 cm hoch stehenden Blüten von Anfang Mai bis Juni. Sie lieben kalkhaltige und durchlässige Böden und stehen gern in voller Sonne. Nicht verträglich sind Staunässe oder kühle Schattenlagen. Alte Wurzelstöcke, die mit der Zeit aus der Erde herauswachsen, müssen mit Erde bedeckt werden. Oft ist es auch ratsam, sie auszugraben, zu teilen und wieder einzugraben. Beste Zeit dafür ist der Beginn des Austriebes Ende März oder die Zeit nach dem Abblühen im Juli. Die dicken Rhizome werden waagerecht in die Erde gelegt und fingerdick mit Erde bedeckt.

Die Schwertlilie.

Fingerhut.


Christrose - Helleborus niger

Die Christrose ist eine sehr merkwürdige Gartenpflanze, denn ihre weißen Blüten erscheinen in milden Wintern bereits um die Weihnachtszeit, was ihr den Namen eingebracht hat. Ursprünglich wurde auch die Christrose als Heilpflanze verwandt. So hat man aus der getrockneten schwarzen Wurzel Niespulver hergestellt, weshalb sie auch Nieswurz genannt wurde. Diese Staude liebt das rauhe Klima, weil sie den hohen Kalkalpen entstammt und höchstwahrscheinlich zuerst in Bauerngärten der Gebirgsgegenden gepflanzt wurde. Wegen ihrer Herkunft bevorzugt sie kalkhaltigen, lehmig-humosen Boden in halbschattiger Lage. Auch diese Staude sollte man ohne Störungen wachsen lassen. Umpflanzen nimmt sie übel. Muss es doch sein, dann möglichst im August mit reichlich Erdballen. Die Pflanzstellen mit Komposterde bestreuen.

Pfingstrose oder Bauernrose - Paeonia officinalis

Der Volksname „Gichtrose" deutet an, dass diese alte Bauerngartenpflanze früher eine begehrte Heilpflanze war. Allerdings handelte es sich um die in den Bergwäldern und den Alpen vorkommende Wildform, deren Wurzeln, Blüten und schwarze Samenkörner „offizineil", das heißt als Arzneimittel, verwandt wurden. Erst viel später wurde die Staude mit der üppigen Blütenpracht als Zierpflanze entdeckt. Die Pfingstrose braucht viel Platz und sollte im Garten einzeln stehen. Sie ist ein sehr langlebiges Gewächs und nimmt es ebenfalls übel, wenn man sie umpflanzt. Beim Einpflanzen neuer Teilstücke dürfen die Wurzelstöcke nicht zu tief in die Erde kommen und höchstens mit 5 cm Erde bedeckt werden. Sitzen sie zu tief, wachsen sie sehr kümmerlich und haben nur schwache Blüten. Sie sollte regelmäßig mit Kompost gedüngt werden. Auch eine Handvoll Volldünger, der flach eingearbeitet wird, wirkt sich ausgesprochen günstig aus.

Zwiebel - und Knollenblumen

Im Prinzip gehören diese Blumen auch zu den Stauden, denn sie speichern die Nährstoffe ebenfalls in unterirdischen Organen. Auf diese Weise sind Zwiebel- und Knollengewächse fähig, die Ruhepause im Winter zu überdauern, um bei günstigeren Witterungsbedingungen wieder auszutreiben. Die meisten von ihnen können jahrelang am selben Platz in der Erde bleiben, andere müssen ab und zu herausgenommen werden.

Wie Zwiebel- und Knollenblumen im allgemeinen zu behandeln sind, ist in einem gesonderten Kapitel bereits ausführlicher beschrieben worden. Deshalb beschränken wir uns hier, wie bei den anderen Gewächsen auch, nur auf die für Bauerngärten typischsten, die zudem heute nicht mehr ganz so gebräuchlich und populär sind.

Dahlie - Dahlia pinnata

Sie ist eine jener typischen Exoten, die man für eine urdeutsche Blume hält, weil sie sich hier gut eingebürgert hat. Aber sie kam erst 1789 als Same aus Mexiko. Im Laufe der Zeit entstand durch Kreuzung eine große Formen- und Farbenvielfalt. Um 1800 tauchten die ersten gefüllten Dahlienblüten auf und bald darauf auch die Pompondahlien mit den kugeligen Blüten. In Bauerngärten waren diese etwas altmodisch wirkenden Blumen schon immer sehr geschätzt. Ihre Blütezeit beginnt im Juli und dauert bis in den Herbst hinein. Die Wurzelknollen werden Anfang Mai in die Erde gelegt und mit etwa 10 cm Erde bedeckt. Bei nahrhaftem Gartenboden und einem vollsonnigen Standort können einige Sorten sogar eine Höhe von 2 m erreichen. Wenn die Knollen zu groß geworden sind, muss man sie vor dem Einpflanzen teilen. Ältere Knollen entwickeln leider nur eine Menge dünner Triebe. Um die Blüte zu fördern, sollte man die abwelkenden Blüten regelmäßig entfernen. Zum Überwintern müssen Dahlien im Herbst aus der Erde genommen und in einem trockenen Keller aufbewahrt werden.

Kaiserkrone - Fritillaria imperialis

Die Kaiserkrone mit ihren roten, hängenden Glockenblüten ist seit Ende des 16. Jahrhunderts in den Gärten Europas anzutreffen. Angeblich soll sie aus dem Himalaya oder auch aus Persien gekommen sein. Sie beginnt schon früh im Jahr zu blühen, nämlich Ende März, Anfang April. Die Gesamthöhe beträgt bis zu 1 m. Sie gedeiht in nahezu jedem Gartenboden, braucht aber eine sonnige Lage. Da die Zwiebel keine Staunässe verträgt, sollte man schweren Böden zur Drainage Kies oder Sand beimengen. Die Zwiebel, die etwa 30 cm tief in die Erde eingepflanzt werden muß, steht in dem Ruf, mit ihrem unangenehmen „Raubtiergeruch" die lästigen Wühlmäuse aus dem Umkreis vertreiben zu können.

Stockmalve oder Pappelrose - Alcea rosea

Stockmalve

Diese zweijährige Zierpflanze hat das Bild des Bauerngartens mitgeprägt. Die Blütezeit der manchmal bis zu 2 m hoch wachsenden Pflanze mit dem enormen Farbspiel reicht von Juli bis September. Wegen ihrer Höhe braucht die Malve immer eine Stütze durch einen Pfahl, eine Gartenmauer oder auch einen Zaun. Sie ist wärme- und sonneliebend, braucht nährstoffreiche Böden und ausreichende Wässerung. Wenn man die abgeblühten Schäfte abschneidet und damit die Samenbildung verhindert, blüht die Malve meist im nächsten Jahr wieder. Der Same wird im Frühbeet ausgesät, die Sämlinge werden pikiert und im Abstand von ungefähr 20 cm an ihren endgültigen Standort eingepflanzt.

Roter Fingerhut - Digitalis purpurea

Die heimische Arzneipflanze ist schon sehr früh in die Bauerngärten gekommen. Die giftigen Stoffe des Roten Fingerhutes werden auch heute noch in geringen Dosen als Herztherapeutikum verwandt. Die glockenförmigen, zartgetönten Blüten hängen an den bis zu 2 m hohen Stengeln. Er blüht im Juni und Juli und bevorzugt kalkarme, sandige Böden. Der Same dieser Pflanze wird im Juni dünn ausgesät. Die Sämlinge werden pikiert und kultiviert. Im Frühjahr setzt man die jungen Pflanzen dann mit Ballen an den endgültigen Standort. Der Fingerhut braucht sonnige oder höchstens halbschattige Lage. Er wächst allerdings auch in Gärten, in denen er gar nicht gesät oder gepflanzt wurde, weil er sich an für ihn guten Standorten auch gerne selbst ansät. Bei Kindern ist wegen der Giftigkeit des Fingerhutes Vorsicht geboten.

Sonnenblume - Helianthus annuus

Sie ist zur Hochsommerzeit die wohl auffälligste Blume, die alle anderen Pflanzen des Bauerngartens mit ihrer Höhe, die 3 m erreichen kann, überragt. Die imposante Blume mit den satt goldgelben riesigen Blüten gelangte etwa Ende des 16. Jahrhunderts aus ihrem Ursprungsland Mexiko nach Europa. Bei ihrer enormen Größe braucht die Sonnenblume sehr nahrhafte Böden. In klimatisch ungünstigen Gegenden kann man sie gut im Blumentopf oder im Frühbeet vorziehen und die Jungpflanzen nach den Eisheiligen in den Garten setzen.


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