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Zimmerpflanzen A-Z - Pflanzenporträts


Saintpaulia ionantha • Usambaraveilchen





Die Saintpaulia, die zu den beliebtesten Zimmerpflanzen gehören, werden wegen ihres reichen, farbenprächtigen Flors geschätzt. Es gibt ungefähr zehn Arten dieser Gattung, doch nur wenige interessieren den Hobbygärtner; er zieht meist die bestechend schönen, modernen Hybriden und Sorten den reinen Arten vor.

Alle Saintpaulia haben ein flaches Wurzelsystem, aus dem sich entweder auf kurzen Stengeln oder fast stengellos niedergestreckte Blätter entwickeln. Diese sind rosettig gestellt, meist rund oder oval, manchmal behaart, mittel- bis dunkelgrün an der Oberseite und hellgrün an der Unterseite. Die Blattstiele sind fleischig und hellgrün.

Bei den blühreifen Pflanzen entspringen aus den Blattachseln die Blütenschäfte. Jeder Schaft ist nahe der Spitze verzweigt. An diesen Zweigen sitzen die Blüten in lockeren Trugdolden mit wenigen Blüten. Die Blumenkrone ist röhrenförmig, jedoch nur 3 mm lang, während der Saum flach ausgebreitet ist, so dass der Eindruck entsteht, die Pflanze habe fünf einzelne Kronblätter. Die reinen Arten haben einfache Blüten, während etliche Hybriden und Sorten gefüllte und halbgefüllte Blüten besitzen. Bei den meisten Sorten sind die beiden oberen Blütenblätter wesentlich kleiner als die drei übrigen. Manche Sorten haben aber auch sternförmige Blüten mit gleich großen Blütenblättern. Die Palette der Blütenfarben erstreckt sich von Weiß über zahlreiche Blauschattierungen bis zu Rosarot und Rot. In der Mitte der Blüten fallen die goldgelben Staubbeutel ins Auge.

Der Pflanzenfreund kann heute unter Hunderten von Sorten des Usambaraveilchens auswählen. Vor allem in den Vereinigten Staaten spielen sie eine überragende Rolle. In Europa bzw. in der Bundesrepublik ist das Sortiment etwas kleiner, und im allgemeinen Handel sind meistens nur zwischen 20 und 50 Sorten. Wer sich jedoch als echter Sammler betätigen will, findet gerade bei den Usambaraveilchen auf internationaler Ebene ein fast unerschöpfliches Gebiet. In Amerika gibt es eine spezielle Vereinigung der Saintpaulienliebhaber.

Wenn man Usambaraveilchen unter den richtigen Bedingungen kultiviert, blühen und gedeihen sie das ganze Jahr hindurch. Die Größe der Blüten und Blätter lässt sich jedoch nicht immer voraussagen, denn sie hängt bei den Sorten und Hybriden häufig von den Wachstumsbedingungen ab.

Empfehlenswerte Arten und Sorten

S. confusa ist eine rosettenbildende Art mit nahezu runden, an den Rändern leicht gesägten, behaarten Blättern, die an 7 cm langen Stielen 4 cm lang und 3 cm breit werden. Der Blütenschaft wird bis zu 10 cm lang und trägt bis zu vier violette Blüten mit einem Durchmesser von 2-3 cm.

S. grandifolia hat wesentlich dünnere und größere Blätter als die übrigen hier beschriebenen rosettenbildenden Arten. Die Blätter sind oval, haben einen gesägten Rand und werden an 10 cm langen Stielen bis zu 10 cm lang und 8 cm breit. Die ungefähr 7 cm langen Blütenschäfte tragen bis zu 20 2 cm breite, dunkelviolette Blüten.

S. grotei ist die Stammform zahlreicher hängender Formen des Usambaraveilchens. Die kriechenden, verzweigten Stengel werden bis zu 20 cm lang. Die nahezu runden Blätter sind an den Rändern etwas gezähnt und mit kurzen, samtigen Haaren bedeckt. Die Blattstiele werden bis zu 25 cm lang. An den rund 15 cm langen Blütenschäften sitzen zwei bis vier Blüten, die am Rand blauviolett und in der Mitte dunkelviolett sind.

S.-Ionantha-Hybriden sind eine rosettenförmig, fast stengellos wachsende Art mit länglich-runden, stumpfgekerbten, dunkelgrünen, behaarten Blättern, die an 6 cm langen Stielen bis zu 7 cm lang und 3 cm breit werden. Die Blattunterseiten haben manchmal einen rötlichen Schimmer. An den bis zu 12 cm langen Blütenschäften sitzen zwei bis acht hellblauviolettfarbene Blüten.

Saintpaulia-Ionantha-Hybriden 'Rhapsodie Venus'.

Saintpaulia-Ionantha-Hybriden 'Ballett Erica'.

Saintpaulia-Ionantha-Hybriden 'Klaibers Auslese'.

Saintpaulia-Ionantha-Hybridenen 'Rhapsodie Gigi'.

Saintpaulia-Ionantha-Нуbriden 'Diana 108'.

Saintpaulia-Ionantha-Hybriden 'Diana 105'.

Die heute im Handel geführten Sorten werden, gleichgültig welche Eltern bei den Kreuzungen verwendet wurden, zu S. ionantha gestellt. In Europa sind meist Sorten aus deutschen, Schweizer oder holländischen Betrieben im Handel. Zu den namhaftesten Züchtern zählen in Deutschland U. Englert, Horrheim, H. Holtkamp, Isselburg/Rheinland, und A. Fischer, Isernhagen. Die Sorten dieser drei Gärtnereien tragen alle einen bestimmten Namen, mit dem die Rasse gekennzeichnet wird. Diese drei Bezeichnungen haben sich zu einem Qualitätsbegriff entwickelt. Alle Sorten von der Firma Englert werden 'Diana' genannt, die von Fischer 'Ballett' und die von Holtkamp 'Rhapsodie'. Zu den Rassenbezeichnungen treten dann noch spezielle Sortennamen. Das können entweder Zahlen oder richtige Namen sein. So gibt es beispielsweise von der Firma Englert Sorten mit den Bezeichnungen 'Diana 105', 'Diana 108' usw., während Fischer in Isernhagen seinen Sorten Vornamen beifügt, z. B. 'Ballett Eva', 'Ballett Erica', 'Ballett Ulli' usw. Ähnlich macht es Holtkamp, der seine Sorten 'Rhapsodie Elfriede', 'Rhapsodie Walli', 'Rhapsodie Venus', 'Rhapsodie Gigi' usw. nennt. Außer den Sorten dieser Züchter gibt es viele, die von Gärtnern selbst entwickelt worden sind. Dazu zählen z. B. diejenigen der Gärtnerei Klaiber in Murr a. d. Murr.

S. schumensis ist eine rosettenbildende Pflanze und die Stammform zahlreicher nicht hängender Miniaturformen. Die kleinwüchsige Art hat runde, am Rand gesägte und behaarte Blätter mit einem Durchmesser von 3 cm. Die Stiele sind ungefähr 5 cm lang. Die ebenfalls 5 cm langen Blütenschäfte tragen bis zu fünf 2-3 cm breite, hellila Blüten mit violetten Flecken an den oberen Blütenblättern.

Pflege

Licht: Man sorgt das ganze Jahr über für einen hellen Standort ohne direkte Sonnenbestrahlung. Zwei bis drei Stunden schwaches oder indirektes Sonnenlicht am Tag kommt den Usambaraveilchen zugute, man darf sie aber nicht der Mittagssonne aussetzen, denn sie versengt die Blätter und Blüten. Saintpaulia gedeihen gut bei künstlichem Licht. Man kann 30 cm über den Pflanzen eine Leuchtstoffröhre aufhängen. Zwölf Stunden am Tag lässt man sie eingeschaltet (siehe Seite 444). Bei ausreichendem Licht und guter Pflege blühen die Pflanzen ununterbrochen.

Temperatur: Diese Pflanzen gedeihen in einem Temperaturbereich von 18-24 °C. Selbst bei Abweichungen von nur 3 °C kann das Wachstum zum Stillstand kommen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist wichtig. Deshalb stellt man die Töpfe in wassergefüllte Schalen auf Kieselsteine oder befestigt Untersetzer mit Wasser unter den Ampeln.

Gießen: Durch mäßiges Gießen hält man den Topfballen feucht, lässt aber die oberste Schicht zwischen den Wassergaben abtrocknen. Liegen die Zimmertemperaturen mehrere Tage lang unter 16 °C, schränkt man die Wassergaben ein und lässt 2-3 cm des Topfballens abtrocknen. Zu kräftiges Gießen verursacht häufig Wurzelfäule. Es empfiehlt sich, Regenwasser oder enthärtetes Leitungswasser zum Gießen zu verwenden, wenn das Leitungswasser zuviel Kalk enthält. Da Usambaraveilchen Humuswurzler sind, lieben sie den Kalk nicht.

Düngen: Während der Hauptwachstumszeit von Frühjahr bis Herbst verabreicht man alle zwei Wochen einen üblichen Volldünger in schwacher Konzentration. Werden Pflanzen den Winter über künstlich beleuchtet, kann man die Kopfdüngung nahezu normal fortsetzen, andernfalls reduziert man die Gaben und düngt nur im Abstand von etwa vier Wochen.

Einpflanzen und Umtopfen: Man verwendet ein Gemisch aus gleichen Teilen Sphagnum, Perlite oder Vermiculite und setzt diesem Gemisch etwas Kalkmehl bzw. kohlensauren Kalk zu. Es kann aber auch jede handelsübliche, torfhaltige Blumenerde verwendet werden. Ein Gemisch aus zwei bis drei Teilen Torfund einem Teil Komposterde ist ebenfalls geeignet. Hier darf man jedoch keinen Kalk zugeben, da dieser die Reaktion des Bodens ungünstig beeinflussen und das Wachstum der Pflanzen stören würde. Rosettenbildende Usambaraveilchen setzt man in flache Töpfe oder Schalen. Um die richtige Größe zu ermitteln, misst man den Durchmesser der Rosette und wählt einen Topf oder eine Schale mit nur einem Drittel des Durchmessers der Pflanze. Die maximale Größe liegt bei 15-cm-Schalen oder -Töpfen. Miniaturformen und jüngere Exemplare von hängenden Usambaraveilchen können auch in kleine Töpfe oder Schalen gepflanzt werden. Große Hängepflanzen gedeihen aber am besten in Ampeln, die den Wurzeln ausreichend Platz bieten. Usambaraveilchen fühlen sich in relativ kleinen Töpfen am wohlsten. Man versetzt sie erst in ein größeres Gefäß, wenn der alte Topf bereits zwei Monate lang ganz durchwurzelt ist. Dies kann zu jeder Jahreszeit geschehen, sofern die Zimmertemperatur über 16 °C liegt. Beim Umtopfen ist es ratsam, die äußeren Blätter zu entfernen, da sie leicht beschädigt werden. Die Blattstiele sollen nicht abgeschnitten, sondern mit einem kräftigen Ruck nach der Seite abgerissen werden. Dabei muss der ganze Blattstiel abgebrochen werden, weil Reste des Stiels faulen und die ganze Pflanze mit Fäulnispilzen bzw. -bakterien infizieren.

Rosettenbildende Usambaraveilchen werden am besten in Töpfen kultiviert, deren Durchmesser einem Drittel des Durchmessers der Rosette entspricht.

Beim Umtopfen von Usambaraveilchen fasst man beschädigte Blätter am Stiel und reißt sie vorsichtig mit dem ganzen Stiel von der Pflanze ab.

Vermehrung: Am einfachsten lassen sich Usambaraveilchen durch Blattstecklinge vermehren, die eigene Pflänzchen ausbilden. Man entfernt ein Blatt mit dem Stiel aus dem mittleren Bereich einer Rosette. Mit einem scharfen Messer wird der Blattstiel auf 2-3 cm eingekürzt und 12-15 mm tief in einen 5- bis 6-cm-Topf in ein feuchtes Substrat gesteckt. Ein Torf-Sand-Gemisch oder eine torfhaltige Kulturerde ist geeignet. Man stülpt einen Plastikbeutel über den Topf, oder man bringt ihn in einen Vermehrungskasten (siehe Wie man die richtigen Bedingungen schafft) und stellt ihn bei 18 bis 24 °C an einen nicht sonnigen Platz. Man kann auch mehrere Blätter in einen größeren Topf oder in eine kleine Handkiste stecken. Dann wird nur wenig oder überhaupt nicht gegossen, bis nach sieben bis zehn Wochen eine kleine Pflanze, die sich an der Basis des Blattstiels entwickelt hat, an der Erdoberfläche austritt. Im Lauf der nächsten zehn Wochen deckt man das Pflänzchen allmählich auf, bis es sich vollständig an die Außenluft gewöhnt hat. Während dieser Zeit gießt man leicht an, damit die Erde nicht austrocknet, und verabreicht einmal in der Woche einen handelsüblichen Flüssigdünger in schwacher Konzentration. Sind die Pflänzchen 3-5 cm hoch, trennt man sie vorsichtig vom alten Blatt ab, setzt sie einzeln in 5- bis 6-cm-Töpfe und behandelt sie anschließend wie erwachsene Exemplare. Blattstecklinge von Saintpaulia kann man auch im Wasser sich bewurzeln lassen (siehe Vegetative Vermehrung).

Schädlinge und Krankheiten: Usambaraveilchen werden besonders häufig von Blattläusen, Cyclamenmilben, Wolläusen und Wurzelläusen befallen (siehe Schädlinge).

Besondere Hinweise: Oftmals treten auf den Blättern gelbe Ringe oder Flecken auf. Die Ursache dieser Chlorophyllschäden können verschiedener Natur sein. So können sie durch einen zu hellen Standort verursacht werden, vor allem, wenn die Blätter von direktem Sonnenlicht getroffen werden. Auch zu kaltes Gießwasser kann dafür verantwortlich sein. Man muss daher immer darauf achten, dass mit temperiertem Wasser gegossen wird. Zimmerwarmes Wasser ist am günstigsten. Zu warmes Wasser kann genauso nachteilig sein wie zu kaltes.



      





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