Steingarten - verschiedene Garten - Gartenblumen
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Die verschiedenen Gartenformen

Der Steingarten


In einem gut angelegten Steingarten wechseln die Farben von Jahreszeit zu Jahreszeit (oben). Besonders hübsch — farblich aufeinander abgestimmte Blütenpolster (unten).


Steinpflanzen sind die größten - jedenfalls für die vielen Steingartenfreunde, die diese kleinen Gewächse mit der enormen Blühkraft in einem ungeahnten Farbreichtum über alles schätzen. Steingartenpflanzen sind klein, aber oho. Man muss sie nur entdecken. Denn die meisten von ihnen offenbaren ihren Reiz erst auf den zweiten Blick. Deshalb sind Steingärten etwas für ausgesprochene Individualisten.

Zur Zeit der großen italienischen oder französischen Gartenkunst waren Steingartenpflanzen völlig unbekannt, denn kaum jemand hatte sich die Mühe gemacht, in die Berge zu steigen, um die Natur zu bewundern. Das Interesse an den Gebirgs- und Steinpflanzen erwachte erst vor rund 150 Jahren mit Beginn des Alpinismus, als man zu entdecken begann, dass auch die Berge und ihre Vegetation ihre eigene Schönheit haben. Die ersten Bergsteiger, die sich in größere Höhen wagten, erlebten in den Sommermonaten eine ungeahnte Blütenfülle. Nach der Schneeschmelze begannen plötzlich viele Arten, gleichzeitig zu blühen. Und je höher sie kamen, desto kleiner und geduckter wurden die Pflanzen und größer und leuchtender ihre Blüten. Auf jeder Gesteinsart, an jedem Hang, in jeder Felsspalte hatten sich andere Arten ihren Lebensraum erobert. Einige Gewächse, wie zum Beispiel das Edelweiß, blühen in so abgelegenen Felsnischen, dass es in der Regel mit einer gefährlichen Klettertour verbunden war, wenn man sie pflücken wollte. Bald galt es als besonderer Liebesbeweis, wenn der Bursche seiner Angebeteten ein Edelweiß überreichte. Bedeutete es doch, dass er ihr zuliebe den gefährlichen Berg bezwungen hatte. Diese Sitte hat leider fast zum Aussterben dieser hübschen Blume geführt. Heute ist das Edelweiß wie viele andere Alpenpflanzen geschützt.

Dennoch löste die Entdeckung der Alpenflora die Entwicklung einer völlig neuen Gartenform aus. Das Alpinum oder der Steingarten war geboren. Die Gärtner hatten plötzlich den Ehrgeiz, diese kleinen Superblüher in ihrem Garten zu kultivieren.

Mit einigen Pflanzen gelang das ganz gut. Aber viele Gebirgspflanzen schätzten den Umzug ins Tal überhaupt nicht. Das hängt mit ihren ganz speziellen Lebensbedingungen zusammen. Die Vegetationszeit in den Bergen beschränkt sich im Durchschnitt auf die drei Sommermonate, in denen die Schneedecke schmilzt, unter der die Pflanzen bereits Wurzeln und Knospen entwickelt haben. Wenn der Schnee taut, muss alles ganz schnell gehen, denn sie haben nur eine kurze Zeit zum Blühen und zum Ausbilden von Samen. Als Ausgleich dafür stehen ihnen die anderen Wachstumsfaktoren in besonderer Fülle zur Verfügung: genügend Wasser vom schmelzenden Schnee und eine Lichtintensität, wie sie im Flachland nicht anzutreffen ist. Das sind auch die Gründe dafür, dass Gebirgspflanzen sich nicht lange mit dem Wachstum des Pflanzenkörpers in die Höhe aufhalten, sondern lieber größere Blüten entwickeln. Hinzu kommt noch der Einfluss von Wind und Wetter, der kaum höheres Wachstum zulässt. Um überleben zu können, müssen sich Gebirgsblumen möglichst flach an Hänge und Felsen ducken.

Um solche heiklen, aber sehr schönen Gebirgspflanzen in einem Steingarten kultivieren zu können, braucht man besondere Verhältnisse, die das rauhe Bergklima möglichst naturgetreu simulieren. In einem unbeheizten Gewächshaus mit guter Belüftung, in dem die schwierigen Gebirgspflanzen auch vor Nässe geschützt sind, gelingt es, ihre volle Blütenschönheit zu entfalten. Das hat außerdem den Vorteil, dass der Gärtner bereits im Vorfrühling seine Steinpflanzen bewundern kann, ohne Wind und Wetter ausgesetzt zu sein. Doch nicht jeder hat diese Möglichkeit. Vor allem sollen ja die Steinpflanzen dazu dienen, den Garten zu verschönem. Für diesen Zweck wurden von vielen Alpenpflanzen Gartenformen gezüchtet, die das Flachlandklima besser vertragen. Ein Vorteil des Steingartens besteht darin, dass es auf die Größe nicht ankommt. Er kann einen kleinen Teil des Gartens einnehmen oder ganz kleinen Gärten ihren eigenen großen Reiz geben, denn sie bringen mit ihren üppigen Blütenpolstern Farbe in das Reich der Steine. Einigen Gärtnern genügt bereits eine alter Steintrog, der, mit leuchtenden Steinpflanzen besetzt, als Blickfang im Garten dient.

Wie der Name bereits sagt, sind die beherrschenden Elemente dieses Gartens der Stein und die Pflanzen, die gerne in seinen Ritzen und Vertiefungen wachsen. Sie haben sich diesen kargen Verhältnissen angepasst und ihre besondere ökologische Nische erobert. Steingartenpflanzen lassen sich an Wänden, in Steinfugen und künstlich angelegten Steinmauern pflanzen.

Viele dieser Pflanzen sind leicht zu ziehen, da sie recht anspruchslos sind. Andere bereiten Probleme bei der Pflege. Der Grund dafür ist in vielen Fällen, dass man ihre speziellen Bedürfnisse nicht in ausreichendem Maße beachtet.

Der Steingarten kann so bezaubernd wirken - wenn man ihn richtig plant und anlegt -, dass man kaum von einem Lückenbüßer sprechen kann. Bei der Anlage eines Steingartens muss man sich die natürlichen Umweltbedingungen der Stein- und Alpenpflanzen vor Augen halten. Sie wachsen normalerweise auf und zwischen Steinen, die für eine gute Entwässerung des Wurzelraumes sorgen. Meist sind sie der Sonne ausgesetzt und in der Regel kaum von größeren Gewächsen wie Bäumen beschattet.

Die richtigen Steine

Was in diesem Falle richtig ist, wird von drei Faktoren bestimmt: vom Geschmack des Gartenbesitzers, von seinem Geldbeutel und nicht zuletzt von der Umgebung. Beginnen wir mit dem letzten Punkt. Es ist sicher möglich, sich irgendeinen Stein zu beschaffen und ihn im Garten zu plazieren. Doch wenn das Ganze harmonisch aussehen soll, dann muss dieser schon zur Bodenart des Gartens passen. Deshalb empfiehlt es sich, möglichst auf Steine aus der näheren Umgebung zurückzugreifen.

Damit sind wir beim Geschmack. Besonders Steingartenfans haben durch ihre Wahl ein ausgeprägtes Verhältnis zur Natur bewiesen und sei sie auch noch so unwirtlich und karg. Aber die Vorstellungen sind eben von gebirgigen Feldswänden geprägt. Und nichts sieht so reizvoll aus wie echtes Felsgestein. In den meisten Gegenden müssen solche Materialien erst mühevoll herbeigeschafft werden, und das kann teuer werden. Will man sich dennoch eine Fuhre Steine bringen lassen, stellt sich die Frage nach der Art. Pflanzenfreundlich und recht einfach zu beschaffen ist der meist rötliche Sandstein. Sehr beliebt ist auch der Travertin, ein heller Kalkstein oder Muschelkalk. So schön wie diese naturhellen Steine aussehen, weil sie sich von der dunkleren Erde abheben und damit den steinigen Charakter der Anlage besonders betonen, sind sie doch für einige Pflanzen problematisch. Sogenannte Kalkflieher unter den Steinpflanzen können darauf nicht gedeihen. Will man sie trotzdem integrieren, muss man ein kleines Plätzchen mit einer anderen Gesteinsart gestalten. Granit zählt zwar zu den Urgesteinen, aber er ist schwer, hart und kalt, weshalb die Pflanzen nicht besonders gut darauf gedeihen. Doch als dekoratives Einzelstück macht sich auch solch ein Brocken ganz gut zwischen den anderen.

Auch mit Plattenkalken kann man sehr gute Ergebnisse erzielen, besonders, wenn man Mauern damit anlegen will, die bepflanzt werden sollen. Doch dieser Stein ist nicht gerade billig, weil er bei der Gestaltung von Innenräumen eine große Rolle spielt. Auch Tuffstein würde sich ausgezeichnet eignen, weil er sehr porös ist, so dass sich die Pflanzen gut festsetzen können.

Der Preis wird in der Regel pro t berechnet. Damit Sie einen Anhaltspunkt haben: Für einen etwa 12 m2 großen Steingarten müssen Sie ungefähr mit 2 t Gestein rechnen.

Gartenbesitzer aus Norddeutschland werden bei ihrer Suche nach dem geeigneten Stein auf ein ganz anderes Problem stoßen: Kalksteine, die sich aus den Ablagerungen tertiärer Meere gebildet haben, gibt es hier nicht, sie aus dem Süden herbeizuschaffen ist sehr teuer. Man wird sich also auf heimatliche Steine beschränken müssen. Es handelt sich um recht unterschiedlich gefärbte Findlinge, die mit den Gletschern der Eiszeiten von Norden hergeschoben wurden und überall in der Norddeutschen Tiefebene zu finden sind. Häufig werden aus diesen abgerundeten, teils riesigen Findlingen sehr dekorative Mauern gebaut, in deren Zwischenräume man sehr gut Steinpflanzen setzen kann.

Vorbereitung des Untergrundes

Entscheidend für das Aussehen des fertigen Steingartens ist der Untergrund, denn er bestimmt die Form. Wenn nur eine flache Gartenfläche zur Verfügung steht, hat man entweder die Möglichkeit, ein erhöhtes Geröllbeet einzurichten, oder man schafft einen künstlichen Abhang. In beiden Fällen sind umfangreiche Erdarbeiten notwendig, die aber abgeschlossen sein sollten, bevor die Fuhre Steine anrollt.

Wichtig ist die Durchlässigkeit des Bodens. Handelt es sich um einen schweren Boden, der zudem noch verdichtet ist, wird eine Schicht von etwa 80 cm abgehoben und mit einer Drainageschicht aus Ton- oder Ziegelscherben aufgefüllt. Darüber kommt eine Schicht aus grobem Torf, Komposterde oder verrottetem Laub. Diese Schicht wird etwas festgestampft, bevor dann die Geröllschicht aufgetragen wird. Die Zusammensetzung: 50% Geröll oder Gesteinsschutt, 25% sandiger Lehm und 25% Torf oder Komposterde. Dazwischen werden einige kantige Felsbrocken verteilt, wodurch ein urig wirkendes Gelände entsteht.

Ist der Boden durchlässig genug, aber es fehlt der Abhang, muss er systematisch aufgebaut werden. Dazu bedeckt man in der ersten Phase das Erdreich mit großen Gesteinsbrocken. Sie sollten bereits die ansteigende Linie vorgeben. Diese Steinbrocken bieten dem folgenden Aufbau einen ganz guten Halt. Die nächste Schicht besteht aus Schotter, der den Wasserabzug erleichtert. Darauf werden die großen Steine so plaziert, dass sie einen ansteigenden Hang bilden. Das klingt zwar relativ einfach, ist aber in Anbetracht des enormen Gewichtes der kleinen Felsen ein schwieriges Unterfangen. Sie werden dabei kaum ohne die Hilfe eines Tiefbauunternehmens auskommen, bei dem man einen Kleinbagger mitsamt Fahrer für ein paar Stunden mieten kann. Die Wacker müssen nun von unten nach oben verlegt werden, und zwar so, daß jeder Stein schräg nach hinten abfällt, damit immer das Wasser zu den Pflanzenwurzeln laufen kann. Der ganze Hang sollte jedoch nicht zu steil geraten, weil sonst die Gefahr besteht, dass die Pflanzen im Sommer austrocknen. In die Steinzwischenräume wird entsprechend den Pflanzen, die darin wachsen sollen, Erde eingearbeitet. Für Pflanzen, die Kalk vertragen, bereitet man ein Gemisch aus zwei Teilen Lehm, je einem Teil Torf oder zerkleinertem Laub und grobem Sand. Zusätzlich kommt an die Mischung ein halbes Teil verrotteter Dung und ein halbes Teil Kalksteinsplitt oder auch zerkleinerter Mörtel. Für kalkfliehende Pflanzen mischt man Lehm, Sand und Torf zu gleichen Teilen. Einfacher und genauso wirkungsvoll ist eine Mischung aus Gärtnererde und Torfhumus.

Die Steine müssen von vornherein ziemlich tief in den Untergrund versenkt werden, damit sie naturgewachsen aussehen. Sie sollen so wirken, als rage aus der Erdoberfläche das darunterliegende Urgestein heraus. Eine Besonderheit ist auch das terrassenförmig aufgebaute, erhöhte Steingartenbeet für Grundstücke, die überhaupt keine Neigung haben. Der erhöhte Steingarten wird so angelegt, dass ringsherum eine Einfassung von Steinplatten den Aufbau zusammenhält. Dabei ist es ratsam, die untersten Steinplatten mit Mörtel zu verbinden, damit die Einfassung dem zu erwartenden Druck von innen standhält. Zusätzlich bekommt diese Mauer einen nach innen gerichteten Neigungswinkel, so dass das gesamte Hochbeet sich nach oben hin verjüngt. Wie hoch man letztendlich diesen Aufbau gestaltet, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Aber es empfiehlt sich eine Höhe von etwa 50 cm. Damit die Mauer dieser Steingartenanlage stabil genug wird, müssen die Steine fächerartig ineinandergeschichtet werden. Jede weitere Reihe wird leicht nach innen versetzt, und auch die Steine selbst sollten leicht zur Mitte geneigt sein, damit das Regenwasser immer in das Beet fließt.

Der innere Aufbau entspricht wieder dem vorher bereits beschriebenen System: Die erste Schicht besteht aus grobem Schotter. Sie nimmt etwa die Hälfte ein und dient der Drainage. Darüber kommt wieder eine dünnere Schicht aus grobem Torf oder Komposterde, und oben drauf wird die Geröllfüllung geschüttet. Sie besteht wieder zur Hälfte aus Geröll oder grobem Splitt, einem Viertel aus sandigem Lehm und einem Viertel aus Torf oder Komposterde. In den Ritzen und Fugen dieser Anlage wachsen besonders gut Mauerpflanzen wie Lewisia und Ramonda, die in flacheren Beeten oft dahinkümmern, weil das Wasser nicht genug abläuft. Am einfachsten wird diese Anlage zwar in rechteckiger Form konstruiert, doch lässt sich ebenso gut ein kreisförmig gemauertes Hochbeet schaffen. Auch als freistehende Trennwand zur Abgrenzung des Gartens lässt sich solch ein Hochbeet denken. Um dem Steingarten eine gewisse Höhe zu geben, kann man die Seiten auch mit gegossenen Be-tonplatten einfassen.


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