Schnittmaßnahmen - Pflege von Zimmerpflanzen - Zimmerpflanzen - Zimmer- und Gartenblumen
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Zimmerpflanzen


Pflege von Zimmerpflanzen

Schnittmaßnahmen


Im allgemeinen müssen Zimmerpflanzen nicht wie Freilandpflanzen, z. B. Rosen oder Obstbäume, geschnitten werden. Doch auch Zimmerpflanzen können manchmal zu groß werden oder unregelmäßig wachsen. Durch richtiges Schneiden kann man vorbeugen oder Abhilfe schaffen. Außerdem fordert ein Schnitt den neuen Austrieb aus schlafenden Augen direkt unter der Schnittstelle. Bei Zimmerpflanzen gibt es zwei Schnittmaßnahmen: das Ausbrechen und den Rückschnitt.

Um die Verzweigung anzuregen, schneidet man sanft zurück, indem man die Triebspitzen unmittelbar über einem Auge ausbricht.

AUSBRECHEN

Beim Ausbrechen entfernt man die kurze Spitze eines Triebs - meist ein 1-3 cm langes Stück. Ausgebrochen wird in der Regel unmittelbar über einem Auge, d. h. dem Vegetationspunkt, dem ein Blatt oder Blattpaar entspringt. Sitzen die Augen dicht beieinander, muss man die Triebspitze bis zum zweiten Auge, von oben gerechnet, entfernen.

Bei diesem „sanften" Rückschnitt -häufig auch als Entspitzen, Pinzieren oder Köpfen der Triebe bezeichnetwird der Trieb zwischen Daumen- und Zeigefingernagel ausgebrochen oder mit einer Schere oder Rasierklinge abgeschnitten, wenn es sich um härtere oder verholzte Triebspitzen handelt.

Das Ausbrechen ist meist angebracht, wenn sich frisch bewurzelte Stecklinge kräftig entwickeln. Bei ausgewachsenen Pflanzen erreicht man dadurch einen dichten, buschigen Wuchs, insbesondere bei schnell wachsenden Pflanzen mit weichen Trieben, wie Beloperone, Coleus und Tradescantia, deren Triebe sehr lang und sparrig werden. Durch das Ausbrechen der Triebspitzen werden meist auch ein oder zwei schlafende Augen im unteren Bereich des Triebs zu neuem Austrieb angeregt. Die dann ausgebildeten Seitentriebe können später ebenfalls ausgebrochen werden, um den Wuchs noch weiter zu verdichten.

RÜCKSCHNITT

Triebe einer Pflanze, die dicker und härter sind als an der Spitze, werden mit einem scharfen Messer zurückgeschnitten; bei verholzten Trieben verwendet man eine Gartenschere.

Bei einem drastischen Rückschnitt wird der Trieb bis knapp über einem schlafenden Auge eingekürzt. Solche Schnittwunden heilen meist schnell, während bei einem Schnitt am Stengel zwischen zwei Augen der Trieb bis an das untere Auge oder sogar noch weiter zurück absterben kann. Wichtig ist außerdem, dass man den Schnitt quer zum Trieb oder schräg von einem Punkt über dem Auge nach unten zu einem Punkt gegenüber dem Auge ausführt; nach unten zum Auge hin sollte man nicht schneiden, weil man es dabei beschädigen könnte.

Zu groß gewordene Pflanzen mit verholzten Trieben kürzt man bis knapp über einem schlafenden Auge beliebig weit ein.

RICHTIGER ZEITPUNKT

Die Triebspitzen schnell wachsender Pflanzen können ab Beginn der Hauptwachstumszeit den ganzen Sommer über ausgebrochen werden. Das Ausbrechen und andere milde Schnittmaßnahmen, mit denen man einen buschigen Wuchs erzielt, kann man immer bei Bedarf durchführen. Größere Schnittmaßnahmen mit einem drastischen Rückschnitt der Haupt- oder Nebentriebe sollte man nur zu Beginn der Hauptwachstumszeit vornehmen. Zu anderen Zeiten ist der frische Austrieb an den schlafenden Augen nicht immer gesichert.

BESONDERE HINWEISE

Gegen Ende der Wachstumszeit können bei krautigen, buschigen Pflanzen trotz regelmäßigem Ausbrechen einige unnatürlich lange Triebe auftreten. Man schneidet sie bis dicht über den Boden zurück und lässt nur die kurzen Stummel stehen. Aus ihnen entwickeln sich später neue Triebe. Auf gleiche Weise schneidet man auch blühende oder früchtetragende Pflanzen, z. B. Pelargonien und Solanum, zurück.

Außerdem kommt es allen Pflanzen zugute, wenn man zu dicht stehende oder sich überkreuzende Triebe entfernt.

Bei manchen Sträuchern - z. B. Zitrusgewächsen und Myrten - schneidet man die überlangen, holzigen Triebe auf die Länge der übrigen zurück, um ein hübsches Wuchsbild zu erhalten. Bei den meisten Sträuchern soll der Rückschnitt aber nur einen neuen, kompakten Wuchs fördern. Hibiscus, Oleander und Fuchsien beispielsweise treiben neu aus, wenn man verhältnismäßig weit ins alte Holz zurückschneidet. Haben die alten Triebe ihre Blätter verloren, fördert ein Rückschnitt ins alte Holz den jungen Austrieb an der Basis der Pflanze.

Will man die Höhe oder Ausladung einer Pflanze durch den Rückschnitt beeinflussen, bleibt der Erfolg manchmal aus, weil gerade der Rückschnitt neues Wachstum fordert. Hat beispielsweise die Spitze eines Gummibaums die Zimmerdecke erreicht, nützt ein Rückschnitt um einige Zentimeter nur wenig; neue Seitentriebe sind schnell wieder bis zur Decke nachgewachsen. Will man eine Pflanze weiterkultivieren, die viel zu groß geworden ist, muß man einen halben Meter oder mehr zurückschneiden.

Einige kletternde Zimmerpflanzen, z. B. Bougainvillea und Passiflora, wachsen so kräftig, dass man sie jedes Jahr stark zurückschneiden muß. Wenn erforderlich, kürzt man die Seitentriebe und den Haupttrieb ein. Oft ist es ratsam, alle Seitentriebe am Haupttrieb bündig abzuschneiden und auch den Haupttrieb einzukürzen. Soll sich eine Kletterpflanze verzweigen, kürzt man ihren Haupttrieb um mehrere Zentimeter ein. Will man jedoch eine eintriebige Pflanze, müssen alle schwachen Seitentriebe sofort entfernt werden.

SONDERFÄLLE

Treten an buntblättrigen Pflanzen einfarbig grüne Sprosse auf, werden diese an der Ansatzstelle entfernt. Grüne Sprosse entwickeln sich kräftiger als buntblättrige und verdrängen diese bald, wenn man sie an der Pflanze lässt.

Von Blütenpflanzen werden stets die welken Blüten abgebrochen (es sei denn, man möchte Samen ernten). Die Pflanze sieht dann nicht nur besser aus, sondern spart auch Kraft, die sie für die Samen verschwenden würde.



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