Wuchsformen - Pflanzen plazieren und gruppieren - Raum & Zimmerpflanzen
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Raum & Zimmerpflanzen


Pflanzen plazieren und gruppieren

Wuchsformen


Die Blumen laden das Zimmer und das Büro von der positiven Energie.


Ein erfahrener Zimmergärtner weiß die vielen Unterschiede in Größe und Wuchs von Gattungen und Arten vorteilhaft zu nutzen, denn aufgrund dieser Unterschiede lassen sich die Pflanzen hübsch kombinieren. Außerdem hat auch jedes einzelne Exemplar seine besondere Individualität. Eine niedrige, breite Pflanze passt gut zu einer aufrechten, steifen. Man unterscheidet sechs Hauptwuchsformen, und die meisten Zimmerpflanzen zeigen recht deutlich eine dieser Formen.

Eine Pflanze kann eine dichte Rosette haben oder aber auch buschig wachsen. Sie kann einen aufrechten Wuchs haben und sehr viel höher als breit werden, und sie kann grasartig oder baumförmig sein. Und schließlich können ihre Triebe so lang werden, dass man sie an einem Spalier hinaufklettern oder von einer Ampel herabhängen lässt. Alle diese Wuchsformen, die sich zum Teil ergänzen, zum Teil zueinander kontrastieren, sind hier abgebildet und beschrieben.


Rosettenbildend

Saintpaulia ionanthi.

Echeveria setosa & Ananas comosus 'Variegatus'.


Wenn bei einer Pflanze die Blätter vom Wurzelhals oder einem anderen Zentrum rosettenartig entspringen, bezeichnet man sie als rosettenbildend. Viele kleine Pflanzen - beispielsweise Saintpaulia und einige Sinningia- Arten -haben flache Rosetten. Diese passen besonders gut zu grasartigen, buschigen oder kletternden Blattpflanzen. Die flache Rosette ist jedoch nur eine von mehreren Formen. Abgewandelt findet man sie bei vielen Sukkulenten, deren Blätter eine dichte, feste Rosette bilden. Eine weitere Variante kann man bei Ananasgewächsen entdecken. Bei manchen von ihnen bilden die Blätter eine flache Rosette, bei anderen wachsen fast aufrecht stehende Blätter dicht um den Grund der Pflanze und formen eine Zisterne, in der sich das Wasser sammelt. Pflanzen mit solchen größeren Rosetten harmonieren mit hochwüchsigen oder rankenden Pflanzen.


Buschig

Coleus-Blumei-Hybriden.

Adiantum capillus-veneris.


Bei buschigen Pflanzen treten mehrere Triebe aus der Erde aus; häufig sind die Pflanzen fast ebenso breit wie hoch. Buschige Pflanzen werden meist lieber einzeln als in Gruppenarrangements verwendet. Manche Gattungen, zum Beispiel Coleus, verzweigen sich nur dann gut, wenn die Triebspitzen regelmäßig gestutzt werden. Andere bilden durch natürliche Verzweigung ständig wachsende, dichte Büsche. Besonders gute Beispiele für einen buschigen Wuchs sind die Pflanzen der Gattungen Achimenes und Pilea. Auch manche Kletterpflanze kann durch regelmäßiges Ausbrechen der Triebspitzen oder nach einem drastischen Rückschnitt buschig wachsen. Eine aufrecht buschige Wuchsform bildet eine hübsche Kulisse für kleine Hängepflanzen.


Grasartig

Acorus gramineus.

Stenotaphrum secundatum.


Echte Gräser (Vertreter der Familie der Gramineae) unterscheiden sich von Pflanzen anderer Familien durch ihre dünnen, aber zähen Halme mit schmalen, spitzen Blättern. Es gibt aber auch grasähnliche, für die Zimmerkultur geeignete Pflanzen, deren Gestalt und Struktur einen anmutigen Kontrast zu allen anderen Blattpflanzen bilden. Sie können aufrecht stehen, sich bogenförmig wölben oder auch herabhängen. Der grasförmige Acorus z.B., der zu den Aronstabgewächsen gehört, bildet ein Büschel steifer, stengelloser Blätter und wird wie das stärker herabhängende Chlorophytum gern als dekoratives Element für Pflanzengruppen verwendet. Zu den Echten Gräsern, die sich einen festen Platz im Zimmergarten erobert haben, zählt Stenotaphrum secun-datum, dessen Stengel über den Topfrand herabhängen. In einer Ampel kommt es am besten zur Geltung.


Aufrecht

Sansevieria trifasciata. Cereus jamacaru. Dieffenbachia 'Exotica'.

Rosettenbildende und buschige Pflanzen wachsen stärker in die Breite als in die Höhe. Umgekehrt gibt es zahlreiche Gattungen, die wesentlich mehr in die Höhe streben. Diese aufrechten Pflanzen besitzen häufig nicht verholzende Triebe, die auf ihrer gesamten Länge Blätter tragen. Manche Arten haben nur einen einzigen Stengel, andere mehrere. Nicht alle aufrechten Pflanzen besitzen sowohl Stengel als auch Blätter. Die Sansevieria trifasciata z. B. hat keinen Stengel. Ihre spitz zulaufenden Blätter entspringen direkt an der Basis der Pflanze. Säulenkakteen hingegen sind blattlose Pflanzenkörper. Gewöhnlich sind aufrecht wachsende Pflanzen ein idealer Hintergrund für kleinwüchsige, breite Rosetten und für Hängepflanzen. Manche einstengelige Pflanzen, wie die Dieffenbachia, verlieren im Alter oft die unteren Blätter. Deshalb setzt man sie gern mit einer kleinen, buschigen Pflanze zusammen, die den kahlen Stengel verbirgt.


Baumartig

Ficus benjamina.

Dizygothe ca elegantissima.


Als Baum bezeichnet man eine Pflanze, wenn sie einen einzigen aufrechten Stamm mit einer Krone aus Zweigen und Laub hat. Viele Topfpflanzen würden sich zu Bäumen entwickeln, wenn man sie ungehindert wachsen ließe. So erreicht Ficus benjamina in der Natur bis zu 6 m Höhe. Als Zimmerpflanze wird sie jedoch selten höher als 2 m, und doch ist sie ein Baum (oder Strauch), denn ihr dünner, aufrechter, unver zweigter Stamm verholzt im Alter. Pflanzen mit einem solchen Wuchscharakter wirken gut in einem großen Raum. Zwar erreichen nur wenige Zimmerpflanzen im Topf die Größe eines Baums, doch gibt es in unseren Zimmergärten viele baumförmige Arten. Die Dizygotheca elegantissima hat schon als junge Pflanze ganz deutlich den Charakter eines Baums. Jung lässt sie sich gut mit niedrigen Rosetten und mittelgroßen, buschigen Gewächsen kombinieren, doch als erwachsene Pflanze braucht sie einen Platz für sich.


Kletternd oder hängend

Cissus rhombifolia. Asparagus densiflorus 'Sprengeri'. Sedum morganianum.

Eine Kletterpflanze richtet ihre Triebe normalerweise überall dorthin, wo sie einen Halt findet. Echte Kletterpflanzen wachsen rasch und sind leicht im Zimmer zu halten, aber sie müssen durch Spaliere und Stäbe gestützt werden. Viele Kletterpflanzen gedeihen auch gut als Hängepflanzen, und umgekehrt können viele Pflanzen, die von Natur aus kriechen oder hängen, zum Klettern gebracht werden. Charakteristisch für diese Pflanzen ist, dass ihre Stiele zu schwach sind, um allein aufrecht zu wachsen. Größere Weinarten, wie Cissus antarctica, haben dünne, gewundene Blattranken, mit denen sie sich an Gerüsten festhalten. Sie eignen sich hervorragend zum Einrahmen von Mauerbögen oder Fenstern und werden, wenn man sie an geflochtenen Wänden oder Bambuswänden hochklettern lässt, häufig als Raumteiler verwendet. Weniger üppige Kletterpflanzen passen gut zu kleinen oder mittelgroßen Gruppen von rosettenbildenden und buschigen Pflanzen. Na türliche Hängepflanzen, wie Zebrina und Asparagus, kommen mit ihrer hübschen Blattfärbung am besten an einem hoch gelegenen Standort zur Geltung. Auch die schweren, hängenden Triebe vieler Sukkulenten sind für einen solchen Platz hervorragend geeignet.



      





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