Detailliert über die Gartenrosen - Der Rosenschnitt
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Schnitt der Stammrosen
Stammrosen werden fast wie Buschrosen geschnitten. Nur wird die Verjüngung des Astwerkes selten radikal sein, weil nicht genügend junge Triebe aus der Veredlungsstelle kommen. Man entfernt die alten Triebe nur soweit sie ersetzt werden können. Die Schnittaugen werden so gewählt, dass der Kopf eine möglichst regelmäßige und ausgeglichene Form erhält. Aus diesem Grund kann man veranlasst sein, öfters als bei Buschrosen, schwache Triebe relativ lang zu schneiden.
Schnitt der Strauchrosen
Im ersten Jahr kann man kurz schneiden, um den Austrieb einer kleinen Anzahl von kräftigen Trieben zu veranlassen. Sollte dies nicht eintreten, was aber selten ist, so wird nochmals kurz geschnitten. Sobald der Strauch aber kräftige Triebe entwickelt hat, wird vor allem ausgelichtet. Alte Triebe werden ganz entfernt, ebenso junge schwache Triebe. Der Strauch soll sich immer wieder von unten her erneuern.
An den jungen Trieben der wildrosenähnlichen Strauchrosen wird nur die Spitze abgeschnitten, wenn sie erfroren oder ausgetrocknet ist; sonst wird überhaupt nicht geschnitten.
Verblühte Rosen werden gleich entfernt. Eine Ausnahme machen die einmalblühenden Strauchrosen, die dekorative Früchte bringen, wie z.B. Rosa moyesii, Rosa rugosa, Rosa rubrifolia. Alle öfterblühenden Strauchrosen werden wie die Buschrosen im Frühjahr geschnitten, und zwar werden die starken Triebe um etwa ein Drittel eingekürzt; die schwachen werden auf einige Augen zurückgeschnitten. Es gibt Strauchrosen, die in einem ungünstigen Winter stark zurückgefrieren, wenn etwa eine starke Kältewelle eintrifft und die Rosen noch oder schon im Saft sind. Dann kann es vorkommen, dass fast bis zum Boden zurückgeschnitten werden muss. Der Juni-Juliflor ist dann ganz schwach oder fällt überhaupt aus. Die Rosen treiben aber sehr schnell wieder nach.
Auf der Insel Mainau haben wir prachtvolle Strauchrosen gesehen, die vier Jahre lang überhaupt nicht geschnitten wurden.
Der Schnitt der Kletterrosen
Bei den Kletterrosen stellt man das Vorhandensein von zwei Sorten Ranken fest. Die einen haben Seitentriebe, die anderen keine. Letztere sind Neutriebe und haben noch nicht geblüht. Die anderen sind älter und ihre Seitentriebe haben geblüht oder werden blühen. Unter ihnen sind solche, denen man das Alter gut ansieht; ihre Rinde ist grau oder braun und die Seitentriebe sind meistens schwach. Sie haben ihren Dienst getan und sollen beseitigt werden. Oft ist dazu eine Säge nötig. Nun kommt es vor, dass an solchen alten Trieben in einer gewissen Höhe kräftige Neutriebe herauswachsen. Sie sollen erhalten bleiben. Wenn man deshalb Alttriebe entfernen will, so säge man sie nicht brutal unten ab, sondern man fange an, von oben her Teile abzutrennen, besonders wenn das Astwerk unübersichtlich und verschlungen ist. Wenn man dann auf einen wertvollen Jungtrieb stößt, so schneidet oder sägt man den alten etwa 1 cm oberhalb des Jungtriebs ab. Dieser Hauptschnitt wird bei den einmalblühenden
Kletterrosen nach der Blüte, spätestens im September, bei den öfterblühenden im Frühjahr, Ende März oder anfangs April ausgeführt. Dabei werden bei allen Kletterrosen, den einmal- und den öfterblühenden, die erfrorenen oder vertrockneten Rankenenden auf das erste darunter befindliche lebende Auge zurückgeschnitten. Im Laufe des Sommers werden an den Seitentrieben die abgeblühten Rosen abgetrennt. Dabei werden die Seitentriebe der einmalblühenden Kletterrosen auf 5-6 cm gekürzt, die Seitentriebe der öfterblühenden auf 2 oder 3 Augen zurückgeschnitten. Die Ranken der Kletterrosen sollte man auf gespannte Drähte oder ein Lattengerüst fischgrätenartig anbinden. Dann treiben viele Augen aus, und mehrere Triebe tragen Blüten. Senkrechte Ranken hingegen bilden meistens Blüten nur am Ende.
Schnitt der Trauerrosen
Die richtigen Trauerrosen, deren Ranken biegsam und lang sind, sind Sorten, die nur einmal blühen, z.B. 'Dorothy Perkins', 'Excelsa', 'White Dorothy'. Sie werden wie die einmalblühenden Kletterrosen im Juli geschnitten. Die jungen Triebe werden nicht beschnitten. Alte Triebe werden über der Ansatzstelle von jungen Trieben abgetrennt. Die verblühten Dolden werden abgeschnitten, und zwar so, daß auf den sie tragenden Seitentrieben 3-5 Augen stehen bleiben.
Mehrmalsblühende Kletterrosen, wie 'Iskra', 'New Dawn', 'Parkdirektor Riggers' werden als Trauerrosen wie als Kletterrosen auf dieselbe Art geschnitten. Aber ihre Ranken hängen erst herunter, wenn sie genügend lang sind.
NORMALSCHNITT EINER KLETTERROSE
Erste Blüte einer Kletterrose mit Angabe der Schnitte, die eine zweite Blühperiode im Juli bewirken.
Dieselbe Rose 1 Jahr später mit Angabe der Schnitte, die nach der zweiten Blühperiode im Juli ausgeführt werden müssen.