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Rosendorf Soppenrade bei Lüdinghausen. |
Bei der Wahl der Rosen, die ein Dorf schmücken sollen, muss Rücksicht genommen werden auf die Lage, das Klima, den dörflichen Charakter.
Am meisten Effekt, bei verhältnismäßig geringen Kosten, machen die
Kletterrosen
Wir unterscheiden zunächst solche, die nur einmal im Jahr, aber überaus üppig und lange blühen. Das beste Beispiel dafür ist 'Paul's Scarlet Climber', lange Zeit die am meisten gepflanzte Kletterrose. Einmal blühen auch 'Flammentanz' und 'Rote Flamme'. Alle drei haben scharlachrote Blüten. Wenn dieselben gleich nach dem Verblühen abgeschnitten werden, gibt es manchmal eine schwache Nachblüte.
Nur einmal, aber mehrere Wochen hindurch blüht die reingelbe 'Golden Glow', die einen angenehmen Teerosenduft hat.
Fast verschwunden sind die früher viel gepflanzten einmalblühenden Kletterrosen mit langen, biegsamen Ranken: die rosablühende 'Dorothy Perkins', die rote 'Excelsa', die weiße 'White Dorothy'. Sie sind leider sehr mehltauanfällig.
Die neueren Kletterrosen blühen fast alle mehrmals im Jahr. Viele von ihnen haben edelrosengleiche Blüten. Die weniger wüchsigen, die 2 m bis 2,50 m hoch werden, können niedrige Mauern bekleiden oder freistehend wie Strauchrosen verwendet werden. In Betracht kommen mit roten Blüten: 'Blaze superior', 'Don Juan', 'Fugue', 'Grand Hotel', 'Iskra', 'Solo'; mit rosa- und lachsfarbigen Blüten: 'Bantry Bay', reinrosa, 'Coral Dawn', korallenrosa, 'Coral Satin', korallenrot, 'Benvenuto', hellrot, 'Compassion', rosa und gelb, 'Morning Jewel', karminrosa; mit gelben Blüten: 'Goldstern', 'Royal Gold' (in geschützter Lage); mit weißen Blüten: 'White Cockade'.
Kletterrosen mit mehr als 3 m langen Ranken können Rosenbögen oder Laubengänge bilden, an Häusern und Mauern hochgezogen, auf ein Gitterwerk gebunden werden, so 'Climbing Mme. Caroline Testout', reinrosa, 'New Dawn', zartrosa, 'Sympathie', 'Parkdirektor Riggers', 'Wilhelm Hansmann', alle 3 blut- oder dunkelrot, 'Golden Glow' und 'Goldfassade', gelb, 'Ilse Krohn superior' und 'Schwanensee', weiß.
Strauchrosen
Diese Rosen finden ihren Platz am Straßenrand, am Eingang des Dorfes, im Dorf selbst vor der Kirche, am Bürgermeisteramt, vor alten, malerischen Häusern. Sie brauchen keine Stütze, verlangen wenig Pflege und weil sie sich in die Breite ausdehnen, brauchen sie nicht eng gepflanzt zu werden, sondern etwa 1 m voneinander entfernt. Einen besondern Platz nehmen die Wildrosen ein, die zwar nur einmal im Jahr blühen, aber sich durch reiches, gesundes Laub auszeichnen und im Herbst schöne Früchte tragen.
Wir nennen 'Rosa hugonis', die schon in der ersten Maihälfte ihre kanariengelben Blüten entfaltet, 'Rosa moyesii' mit rosaroten Blüten und leuchtend roten, flaschenförmigen Früchten, 'Rosa rubrifolia' mit blauroten Blättern und reichem Fruchtbehang. Die öfterblühenden Strauchrosen sind sehr zahlreich. Wir haben im beschreibenden Teil des Buches die bekanntesten und empfehlenswertesten Sorten angegeben.
Die großblumigen Buschrosen
Ein Rosendorf würde seinen Namen nicht verdienen, wenn in ihm nicht einige schöne Gruppen von Edelrosen stehen würden. Man wird sich aber am besten auf einige Sorten beschränken, die zu den besten gehören, was Wachstum, Gesundheit und Farbe anbelangt. Wir schlagen folgende bewährte Varietäten vor.
Rot: 'Erotica', 'Henkell Royal', 'Red Star', 'Samou-rai', 'Uncle Walter' (wird ziemlich hoch); Orange-, geranien-, zinnoberrot: 'Alexander', 'Duftwolke', 'Herzog von Windsor', 'Lucy Cramphorn', 'Super Star' (sehr wüchsig und reichblühend, aber etwas mehltauanfällig), 'Wizo'; Rosa: 'Carina', 'Chicago Peace', 'Maria Callas', 'Michele Meilland', 'Peter Frankenfeld', 'Primaballerina', 'The Queen Elizabeth Rose'; Gelb: 'Adolf Horstmann', 'Gloria Dei', 'Kabuki', 'Landora', 'Mabella', 'Western Sun', 'Silva' (aprikosenfarbig und rosa); Lila: 'Mainzer Fastnacht'; Weiß: 'Pascali'; Zweifarbig: 'Caramba', 'Königin der Rosen'.
Polyantha- und Floribundarosen
Die Ratschläge, die wir für die großblumigen Buschrosen gaben, gelten auch für die Polyantha- und Floribundarosen. Da ihre Blüte länger dauert als die der großblumigen Edelrosen, eignen sie sich noch besser für Rosendörfer und sollten zahlreicher als jene gepflanzt werden. Die Auswahl ist groß. Dunkelrot: 'Pußta' 60-70cm hoch, 'Schweizer Gruß' 40-50cm; Blutrot: 'Gruß an Bayern' 60-70 cm, 'Lagerfeuer' 60cm, 'Lilly Marleen' 50 cm, 'Nina Weibull' 50 cm, 'Tornado' 60 cm; Orangerot, salmorange, blutorange: 'Allotria' 60 cm, 'Moide' 50-60cm, 'Montana' 50-60 cm, 'Olala' 70-80 cm, 'Paprika' 50-60 cm, 'Ponderosa' 50 cm, 'Prominent' 70 cm, 'Rusticana' 60-70 cm, 'Signalfeuer' 40-50 cm, 'Topsi' 30-40cm; Rosa: 'Betty Prior' 80-100cm, 'Centenaire de Lourdes' 80-100 cm, 'Ludwigshafen am Rhein', 50-60 cm; Gelb: 'Friesia' 60 cm, 'Norris Pratt' 45 cm, 'Minigold' 35-40cm; Weiß: 'Dagmar Spaeth'.
Zusätzliche Pflanzungen
Selbst wenn die Rosenpflanzung ganz sorgfältig geplant wurde, kommt es vor, dass im Juli und im August und dann wieder im Oktober die Blüte nachlässt. Deshalb ist es gut, wenn man zusätzlich noch andere Blumen pflanzt. An den Fenstern in der Sonne verwende man Geranien und Petunien, im Schatten großblumige Knollenbegonien. An den Fuß von Treppen oder Stufen stelle man blaue Agapanthen in große Kübeln. In Beete pflanze man Sommerblumen wie Cosmos, Alyssum (Duftsteinrich), Tagetes (Studentenblume), die man durch eigene Aussaat erhalten kann. Auch Kletterpflanzen kommen in Betracht; die einjährige Prunkwinde (Ipomoea), die schon erwähnte Clematis, die Jasmintrompete (Campsis oder Tecoma radicans), deren orangefarbigen Trichter im Sommer selbst an den sonnigsten Mauern leuchten können.
Damit die Rosen Freude machen...
Wenn ein Rosendorf seinen vorbildlichen Charakter bewahren soll, müssen die Rosen laufend gepflegt werden. Wie das geschehen kann, wollen wir nun betrachten. Was wir aber dazu zu sagen haben, gilt nicht nur für die Rosendörfer, sondern für alle Gärten.
Das Pflanzen der Rosen
Die Rosen gedeihen am besten in nicht zu leichten aber wasserdurchlässigen Böden. Sie ziehen sandigen Lehm vor, ein Boden, der zwar in nassem Zustand an den Schuhen klebt, aber ziemlich schnell abtrocknet und sich leicht bearbeiten lässt, wenn dies im richtigen Zeitpunkt geschieht, wenn er nicht zu trocken und nicht zu nass ist. Im Grund sind die Rosen sehr anpassungsfähig und wachsen zur Zufriedenheit in fast allen Gartenerden. Deshalb scheint es uns einfacher, die Böden anzugeben, in denen die Rosen ihre Lebensbedingungen nicht finden. Das sind die ausgesprochen extremen Ton-, Sand- und Kalkböden. In einem sandigen Lehmboden vertragen die Rosen 10-15% Kalk. In einem sandigen Boden sollte der Kalkanteil 5% nicht überschreiten. Das größte Hindernis für ein normales Wachsen der Rosen bilden eine zu große Proportion Kalk und stauende Nässe.
Der Standort
Die Rosen lieben einen sonnigen Standort, an dem die Luft freien Zutritt hat. Beete, die direkt am Fuß einer gegen Süden gerichteten Mauer liegen, sind nicht vorteilhaft, weil sie zu heiß sind. Wenn man trotzdem Rosen in eine solch ungünstige Lage pflanzt, so wähle man keine Sorten, die leicht verbrennen, wie z.B. die mit roten Blüten, die besonders stark auf Sonneneinwirkung reagieren.
Mehrmals blühende Kletterrosen vertragen das Pflanzen an Mauern, die nach Süden gerichtet sind. Man benutze aber Sorten mit rosa, weißen oder gelben Blüten. Die Rotblühenden pflanze man gegen Westen oder noch besser gegen Osten.
Im allgemeinen lieben Rosen schattige Standorte nicht. Polyantha- und Floribundarosen vertragen Halbschatten besser als großblumige Edelrosen. Der Schatten eines Hauses ist weniger nachteilig als der eines Baumes, da bei diesem die Wurzeleinwirkung dazukommt und dadurch die Nahrung geschmälert wird. Einmalblühende Kletterrosen haben im Schatten eine stark verminderte Blüte.
Wann wird gepflanzt?
Der günstigste Zeitpunkt für das Pflanzen der Rosen liegt im November und im März. Aber im Grunde kann man pflanzen von Mitte Oktober bis Ende April. Natürlich darf der Boden weder gefroren noch zu nass sein. Wird im April gepflanzt, so muss es mit großer Sorgfalt geschehen, besonders was das Wässern anbelangt; denn im Frühjahr vertrocknen die frisch gepflanzten Rosen leicht.
Viele Baum- und Kosenschulen bieten auch Rosen in Plastiktöpfen an, Container genannt. Diese können zu jeder Zeit in den Garten gepflanzt werden, sogar im Sommer. Sie sind natürlich teurer, aber mit ihnen kann man leicht Lücken füllen oder eine Gartenecke bepflanzen, an der es einem besonders gelegen ist.
Vorbereitung des Bodens und Düngung
Wenn der Gartenboden normal unterhalten ist, so genügt es, ihn mit der Grabegabel oder dem Spaten tief umzugraben. Handelt es sich aber um Neuland, besonders wenn es mit Baumaschinen befahren wurde, so ist es unerlässlich, den Boden zwei, besser drei Spaten tief zu bearbeiten. Das geschieht auf folgende Art.
In einer Beetbreite und in einer Länge von etwa 1,20 m wird die Erde zunächst einen Spaten tief ausgehoben und mit einem Schubkarren an das andere Ende des Beetes geschafft. Dann wird die Hälfte der Erde in diesem so entstandenen Graben auch einen Spaten tief ausgehoben und fortgeschafft. Die darunter liegende Schicht wird umgegraben, bleibt aber an Ort und Stelle. Hierauf kommt auf diese Schicht die Erde des daneben liegenden Abschnitts, sie bleibt also im selben Niveau. Dann wird die fehlende oberste Schicht des ersten Abschnitts durch die oberste Schicht des noch nicht bearbeiteten Bodens ersetzt. So bleibt jede Schicht auf ihrem jeweiligen Niveau.
Die tiefe Lockerung des Bodens ist nötig, weil die gepflanzten Rosen auf Wildrosen (meistens Rosa canina) veredelt sind und diese Tiefwurzler sind.
Wenn die Verhältnisse es erlauben, ist es gut. die Erde schon im Frühjahr vorzubereiten, wenn man im Herbst pflanzen will. Dann kann man nämlich Dünger in den Boden einarbeiten, so fern man sich denselben besorgen kann, denn beim Pflanzen selbst darf kein Dünger in den Boden selbst, sondern nur auf die Bodenoberfläche gebracht werden. In leichten Böden verwendet man am besten gut verrotteten Rinderdünger, in schweren Böden dagegen strohigen Mist. Heideerde, feuchter Torf, Lauberde verbessern kalkhaltige Lehm- und Tonböden. Sie können beim Umgraben vor dem Pflanzen in die Erde gebracht werden.
Die Frage, ob beim Pflanzen Kunstdünger in die Erde eingearbeitet werden soll, ist umstritten. Seien wir uns klar darüber, dass die Rosen kräftige Wurzeln bilden sollen, und dies wird durch eine Düngergabe nicht gefördert. Richten wir also das Hauptaugenmerk auf einen gut vorbereiteten, gesunden Boden, auf ein vorschriftsmäßiges Pflanzen und sehen wir zunächst vom Düngen ab. Höchstens könnte man bei der Tieflockerung des Bodens etwas Thomas-, Knochen- oder Hornmehl in die untere Schicht einarbeiten.
Will man ein Rosenbeet anlegen, so muss die ganze Breite tief gelockert werden. Wenn man dagegen in einen normal unterhaltenen Garten hier und da Rosen pflanzen will, so genügt es, die vorgesehenen Stellen gut zu lockern.
Das Pflanzen der Rosen
Nach dem Eintreffen der Rosen werden dieselben gleich gepflanzt oder im Garten tief eingeschlagen, jede einzeln und nicht in Bündeln. Die Wurzeln dürfen nicht der Sonne ausgesetzt werden. Ist der Boden bereit, die Rosen aufzunehmen, so werden dieselben zum Pflanzen gerüstet. Dabei beachte man folgendes.
Die Wurzeln werden auf eine Länge von etwa 20 cm zurückgeschnitten, auf jeden Fall bis auf gesundes, helles Holz. Die dünnen Faserwurzeln werden geschont. Vor der Lieferung wurden die Rosen bereits gekürzt. Ein zusätzliches Schneiden ist also zu unterlassen. Nur gebrochene Triebe werden abgetrennt. Sollten Sie Rosen pflanzen, die von Ihnen veredelt wurden, so kürzen Sie die Triebe um ein Drittel, wenn sie zu lang sind.
Um das Anwachsen der Rosen zu begünstigen, taucht man sie vor dem Pflanzen in einen dicken Lehmbrei, dem wenn möglich etwas Kuhmist beigefügt wurde.
Mit dem Spaten wird eine Grube ausgehoben. Vorteilhaft sind die kurzen Militär- oder Campingspaten, mit denen man mit einer Hand arbeiten kann, während die andere die Rose hält. Die Grube muss so groß sein, dass die Wurzeln in ihre natürliche Lage gebracht werden können, ohne sie umzubiegen. Will man ganz besonders sorgfältig vorgehen, so bringt man etwas lockere Erde in die Mitte der Grube, setzt die Rose darauf und verteilt die Wurzeln um die kleine Anhäufung herum. Dann wird Erde eingefüllt, zuerst lockere. Damit keine Hohlräume entstehen, wird die Erde angedrückt, damit sie gut mit den Wurzeln in Berührung kommt. Es ist nicht nötig, sie mit dem Fuß festzutreten. Die Veredlungsstelle, eine Verdickung am Wurzelhals, soll nach dem Anwachsen etwa 5 cm unter der natürlichen Bodenoberfläche liegen. Dabei ist zu bemerken, dass die Erde, wenn sie erst kurz vorher gelockert wurde, sich setzen wird. Bevor die Pflanzgrube ganz gefüllt ist, wird angegossen. Das ist dem Festtreten der Erde vorzuziehen. Wenn das Wasser gut eingedrungen ist, wird die Pflanzgrube ganz mit Erde gefüllt und zusätzlich wird noch angehäufelt und dies ob die Pflanzung im Herbst oder im Frühjahr geschieht. In letzterem Fall werden die Rosen stark zurückgeschnitten.
Werden Kletterrosen an Wände gepflanzt, so soll dies mindestens 40 cm davon entfernt geschehen.
In welcher Entfernung wird gepflanzt?
Darüber sind die Meinungen geteilt. Eine weite Pflanzung begünstigt die Pflege der Rosen. Es ist leichter, den Boden zu lockern, zu düngen, das Unkraut zu entfernen. Bei Regenwetter trocknet das Laubwerk leichter und die unteren Blätter werden weniger durch Rost und Sternrußtau gefährdet. Bei enger Pflanzung bildet das Laubwerk ein zusammenhängendes Dach. Der Regen schlägt weniger brutal auf den Boden auf; derselbe verkrustet nicht so stark und trocknet nicht so schnell aus. Auch werden die Krankheitskeime weniger gegen die Unterseite der Blätter geschleudert.
Nun muss man aber in Betracht ziehen, dass es Rosen gibt, die buschig in die Breite, andere dagegen aufrecht in die Höhe wachsen. Wenn man also Rosen pflanzt, sollte man ihr Wachstum kennen. Es ist deshalb immer gut, sie vorher in einem Rosengarten oder sonstwo zu beobachten.
Im allgemeinen kann man für starkwüchsige, buschige Rosen eine Pflanzweite von 40-50 cm, für weniger buschige eine solche von 35-40 cm empfehlen. In der Schweiz hat man gute Erfahrungen mit der engen Pflanzweite gemacht und setzt 7-10 Rosen pro Quadratmeter. In Deutschland pflanzt man im allgemeinen 5-8 Stück.
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| Zu tief eingepflanzte Rose | Richtige Pflanztiefe | Zu hoch eingepflanzte Rose |
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Profil einer Rosenrabatte mit 3 Pflanzen im Höhenverhältnis zu einer Rasenfläche oder sie umgebenden Steinplatten. |
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