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Tierische Schädlinge
Die hauptsächlichsten tierischen Schädlinge der Rosen sind Blattläuse, die Schildläuse, die Rote Spinne, die Rosenzikaden.
Die Blattläuse erscheinen bei warmem Wetter manchmal schon im April auf den jungen Trieben, deren Blätter sich dann kräuseln. Später setzen sie sich auf den Knospen fest, die sich dann manchmal nicht zu Blüten entwickeln. Man muss sie bekämpfen, sobald sie in Erscheinung treten, denn sie vermehren sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Die meisten Insektenbekämpfungsmittel sind wirksam gegen Blattläuse und zu gleicher Zeit gegen verschiedene Raupen und Larven. Sie enthalten Lindan, Parathion oder Malathion. Wenn die Blätter eine eigenartige gelb-braune Färbung haben, kann man meistens mit der Lupe die Gegenwart der Roten Spinne feststellen. Die Blätter werden dürr und fallen vorzeitig ab. Oft stellt man das gleichzeitige Vorkommen der verschiedenen Entwicklungsstadien fest. Die Rote Spinne tritt besonders in warmen und trockenen Lagen in Nähe von Gebäuden auf. Man bekämpft sie mit systemischen Insektiziden, die Malathion, Kelthon oder Tetrafidon enthalten und unter verschiedenen Namen angeboten werden. Systemische Mittel sind solche, die in das Blatt eindringen, sich mit dem Saft vermischen und die Insekten vergiften. Schildläuse bewirken das Vergilben der Blätter und Triebe. Sie sehen aus wie kleine braune oder graue Schildchen, die wie Wachs glänzen und an den Trieben kleben. Ein starker Befall kann das Absterben des Busches zur Folge haben. Zu ihrer Bekämpfung spritzt man die befallenen Rosen kurz nach dem Austrieb mit einem Winterspritzmittel, wie z.B. Folidolöl, und wiederholt das Spritzen nach 3-4 Tagen. Im Juni kann man die Junglarven mit einem systemischen Insektizid bekämpfen. Auf den Blättern von Kletterrosen, alten oder botanischen Rosen bemerkt man manchmal zahlreiche weiße Punkte. Wenn man sie herumdreht, sieht man auf der Unterseite kleine weiße Fliegen, Rosenzikaden genannt. Die Blätter werden schließlich fast ganz weiß und geben der Belaubung ein sehr unschönes Aussehen. Am besten spritzt man mit einem systemischen Insektizid. Ein solches mit nur Kontaktwirkung wäre fast wirkungslos, weil die Zikaden wegfliegen und dann wieder auf die Blätter zurückkehren.
Andere tierische Schädlinge sind die Rosenblattroll-wespen, deren Larven die Blätter zusammenrollen und anfressen, dass sie wie ein Sieb aussehen, verschiedene Rosenwickler , welche die Blätter zusammenspinnen, Blätter und Triebe abfressen, die Rosentriebbohrer , Blattwespenlarven, welche das Innere der Triebe fressen, Nematoden , welche die feinen Faserwurzeln schädigen. Gegen die oberirdischen Schädlinge spritzt man im Mai mit einem systemischen Insektizid.
Rosenkrankheiten
Die Rosen können von mehreren Pilzkrankheiten befallen werden. Am häufigsten treten auf der echte und der falsche Mehltau, der Sternrußtau, der Rosenrost.
Der echte Mehltau oder Oidium. Die jungen Triebe, später auch die Knospen bedecken sich mit einem grauweißen, mehligen Belag. Die Blätter kräuseln sich, und die Blüten weisen Missbildungen auf. Der Befall wird durch feuchte Wärme begünstigt. Bekämpft wird der Mehltau, am besten vorbeugend. durch verschiedene Wirkstoffe, die in Spritzmitteln enthalten sind, die zur Zeit unter den Namen Compomehltaumittel, Imugan, Saprol, Benomyl, Euparen im Handel sind. Der falsche Mehltau oder Peronospera ist seltener als der echte. Auf der Blattoberseite bilden sich ölige, gelbbraune bis purpurfarbige Flecke, auf der Unterseite ein weißgrauer Belag, den man mit der Lupe feststellen kann. Als Spritzmittel benutze man vorbeugend Dithane Ultra, Antracol. Sternrußtau oder Schwarzfleckenkrankheit. Auf der Blattoberseite erscheinen braune bis blauschwarze, sternförmige Flecke mit gefranstem Rand. Die Blätter werden gelb und fallen ab. Tritt der Sternrußtau früh auf, so treiben die Rosen wieder aus. Aber oft reift das Holz nicht aus, und die Pflanzen leiden unter Frost. Die abgefallenen Blätter sollten aufgehoben und verbrannt werden. Gegen Sternrußtau benutzt man, am besten auch vorbeugend, Saprol, Compo-Rosenfluid, Euparen, die auch gegen echten Mehltau wirksam sind. Die Purpurfleckenkrankheit ähnelt dem Sternrußtau, nur sind die Flecke mehr purpurfarbig. Rosenrost. Hauptsächlich auf der Unterseite der untersten Blätter bilden sich orangerote Sporenhäufchen. Die Blätter werden gelb und fallen ab. Die Triebe verkrümmen sich. Gegen Ende des Sommers sind die Pusteln schwarz. Gegen Rosenrost spritzt man vorbeugend mit Dithan Ultra, Saprol, Antracol, Plantvax. Das letzte Mittel kann auch zur Bekämpfung des schon aufgetretenen Rosenrostes benutzt werden. Die andern stoppen nur die Verbreitung. Botrytis kann Blüten, Blätter und Triebe befallen und deren Fäule bewirken. Die Krankheit entwickelt sich hauptsächlich in feuchter Luft. Man spritze mit Benomyl oder Botrysan.
Allgemeines über Pilzkrankheiten
Zur Bekämpfung all dieser Pilzkrankheiten muss die Behandlung regelmäßig, spätestens alle 14 Tage, bei starkem Befall mehrmals kurz hintereinander wiederholt werden. Vor dem Austrieb kann eine sogenannte Winterspritzung vorgenommen werden. Dazu kann man ein kupferhaltiges Präparat verwenden. Nach dem Austrieb könnte Kupfer Verbrennungen hervorrufen, besonders bei feuchtem Wetter.
Jeder Rosenfreund hat feststellen können, dass manche Rosensorten besonders anfällig für gewisse Krankheiten sind. So wird z.B. 'Christian Dior', die wegen ihrer herrlichen scharlachroten Blüten mit den höchsten Preisen ausgezeichnet wurde, jedes Jahr frühzeitig von Mehltau befallen. 'C.F. Meyer', eine Strauchrose mit köstlich duftenden, edelgeformten Blüten bekommt jedes Jahr Rost. Von Sternrußtau werden Rosen befallen, welche die gelbe Wildrose Rosa lutea unter ihren Vorfahren haben. 'Super Star', die lange Jahre krankheitsfrei war, leidet seit einigen Jahren unter Mehltau. Dagegen gibt es Rosen, die unter normalen Verhältnissen und bei guter Pflege niemals krank werden, wie z. B. 'Queen Elizabeth'.
Ganz sonderbar ist es mit der Floribundarose 'Euro-peana'. Während sie in manchen Gärten schon im Juli von oben bis unten grau ist, bleibt sie in anderen bis spät in den Herbst hinein krankheitsfrei. Das ist schwer zu erklären, obwohl die Erfahrung lehrt, dass gewisse Umstände einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Rosen haben. Das gibt uns Hinweise zur Bekämpfung der Krankheiten.
So weiß man, dass stauende Nässe das Auftreten aller Krankheiten begünstigt. Sollte sich also im Boden eine wasserundurchlässige Schicht befinden, so muss sie unbedingt durchbrochen werden, und beim Pflanzen muss durchlässige, lockere Erde an ihre Stelle treten.
Zwischen den Rosen soll die Luft frei zirkulieren können, was ein rasches Abtrocknen der Blätter nach Regen oder Tau zur Folge hat. Deshalb pflanze man keine Rosen in einen kleinen von einer Mauer oder einer Hecke umgebenen Garten. Auch die Sonne muss gut an die Rosen herankommen, darum müssen schattige Standorte vermieden werden.
Die Erfahrung zeigt, dass gut genährte Rosen krankheitsfester sind als solche, die wegen Nahrungsmangel kümmern.
Schließlich pflanze man keine Rosen, von denen man weiß, dass sie krankheitsanfällig sind. Aus den Katalogen allerdings kann man das kaum ersehen. Nur wenige weisen auf eine besondere Pflege hin. Deshalb beobachte man Rosen hauptsächlich im August und im September (im Juni sind nämlich fast alle krankheitsfrei) und treffe danach seine Wahl. Hat man aber schon besonders anfällige in seinem Garten, so sollte man den Mut haben, sie durch andere zu ersetzen.
Insektizide und Fungizide, mit denen man tierische Schädlinge und Pilzkrankheiten bekämpft, sind immer Gifte, und es gibt deshalb Rosenfreunde, die auf sie ganz oder weitgehend verzichten. Wenn Sie die obigen Ratschläge befolgen, befallene Blätter oder Triebe sofort abschneiden und verbrennen, so können Sie sich vielleicht darauf beschränken, nur ganz besonders anfällige Rosen zu behandeln, sofern sie solche in ihrem Garten haben und nicht darauf verzichten wollen.
Im großen und ganzen wird das wohl nur möglich sein in Gärten, in denen nur eine beschränkte Zahl Rosen steht. In Rosarien ist das unmöglich. Dort muss gespritzt werden, regelmäßig und oft. Wo das geschieht, bleibt der Erfolg nicht aus. Wir haben noch gegen Ende Oktober im Zweibrücker Rosengarten festgestellt, dass die Rosen mit ganz geringen Ausnahmen kerngesund und kräftig waren und dass sie noch fast alle ihre Blätter hatten, die beste Belohnung für eine sachkundige und regelmäßige Pflege. Für den Rosenfreund, ob er einige oder mehrere Hundert Rosen besitzt, ist das schwieriger. Es fehlt ihm manchmal an Zeit oder Lust, ein anderes Mal macht ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Eine Unterlassung, eine Nachlässigkeit ziehen nicht den Verlust der Rosen nach sich. Sie sind so robust, dass sie vieles überstehen. Und wenn einmal eine krank wird, so sind immer noch genug da, um uns zu erfreuen. Die Rosen, mit denen wir seit vielen Jahren leben, haben hin und wieder eine Enttäuschung gebracht, aber das zählt nicht im Vergleich mit den vielen reinen Freuden, die sie uns schenken und dem Optimismus, den sie uns lehren.


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