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Die Rosarien erlauben, in schönen Zusammenpflanzungen die verschiedenen Rosengruppen zu zeigen. Das leider verschwundene Rosarium von Versailles war ein prachtvolles Beispiel. |
Als wir versuchten, die Rosen kurz zu charakterisieren, haben wir gesagt, dass nicht alle sich gleichen. Das kann uns übrigens nur Freude machen. Wir wollen nun versuchen, die Merkmale der hauptsächlichsten Gruppen zu präzisieren.
Großblumige Buschrosen
Das sind die vornehmsten Rosen, die man nicht besonders zu beschreiben braucht. Es genügt zu sagen, dass sie schön und von eleganter Form sind, selbst wenn sie nur schwach oder im Gegenteil außerordentlich stark gefüllt sind. Es sind die Rosen, nach denen wir versucht sind, uns zu neigen, um ihren Duft einzuatmen, was allerdings zu einer Enttäuschung führen kann, weil viele neue Rosen duftlos sind.
Nach der Zahl der Blütenblätter unterscheidet man halbgefüllte, gefüllte und sehr gefüllte Rosen. Auch die Formen sind verschieden. Viele alte Rosen hatten die Form von flachen Schalen; manchmal war ihr Inneres gevierteilt. Diese Formen gelten kaum noch als annehmbar für moderne Rosen. Diese sind meistens hoch gebaut oder kugelförmig. Die mit langem Herz gelten als die elegantesten. Der Rand ihrer Blütenblätter ist manchmal gewellt oder nach außen hin aufgerollt. Wenn diese Rollung betont ist, kann die Rose sternförmig sein. Die halbgefüllten Rosen, die bei voller Entfaltung etwas hohl sind, haben die Form einer Schale.
Rosen, die im ersten Flor einblütig sind oder Edelrosen.
Die Rosen, die am schönsten die Merkmale der großblumigen Buschrosen tragen, sind Teehybriden. Sie haben Stiele, an denen im ersten Flor sich gewöhnlich nur eine Rose entfaltet. Man nennt sie edle Rosen, und dieser Name paßt sehr gut zu den großen, formschönen Blüten. Im nächsten Flor tragen die Stiele meistens mehrere Blüten, die sich nacheinander entfalten und gut voneinander getrennt sind.
Rosen mit mehrblütigen Stielen.
Bei den Neuheiten der letzten Jahre treten Stiele mit nur einer Blüte im ersten Flor immer seltener auf. Viele von ihnen bringen gleich mehrere große, gutgeformte Blüten auf einem Stiel. Wir können diese Sorten als großblumige Rosen von mehrblütigem Typus bezeichnen.
Mittelgroße Rosen oder Floribunda

So verschieden einerseits die großblumigen oder edlen Rosen, andererseits die kleinblumigen oder Polyantha sind, die wir nachher beschreiben werden, so besteht doch eine ununterbrochene Kette von Zwischenstufen. In der Mitte befinden sich die Floribunda.
Das waren ursprünglich Kreuzungen zwischen Polyantharosen und Teehybriden. Doch werden sie nun auch untereinander gekreuzt. Die Blüten sind mittelgroß und stehen immer zu mehreren beisammen. Sie öffnen sich nacheinander, wodurch die Blüte länger als bei den Teehybriden dauert.
Es zeigt sich immer wieder bei Rosenneuheitenprü-fungen, dass es oft schwer, ja sogar unmöglich ist, mehrblütige Teehybriden und Floribunda klar zu trennen. Besonders großblumige Floribunda werden auch Grandiflora genannt, was keine glückliche Bezeichnung ist. Als Beispiele nennen wir 'Duftwolke', 'The Queen Elizabeth Rose', 'Diamant', 'Elysium'. Man täte gut daran, sie zu den großblumigen Rosen zu zählen, wie es schon in vielen Katalogen geschieht.
Kleinblütige Rosen oder Polyantha

Die Polyantha waren der vollkommene Typus der kleinblütigen Rosen. Sie waren gekennzeichnet durch große Büschel kleiner Blüten in Form von Röschen oder Gänseblümchen, von Heckenrosen, wenn es sich um einfache Blüten handelte. Diese Rosen hatten einen außerordentlichen Erfolg im ersten Drittel dieses Jahrhunderts mit 'Orleans Rose', karminrosa, 'Mme. Norbert Levavassor', violett getöntes Rot, 'Orleans Koster', lebhaft rot, und viele andere. Man findet sie noch in manchen Gärten, aber man züchtet heute keine Neuheiten von echten Polyanthen.
Man hat die Benennung beibehalten, obwohl es sich um Polyanthahybriden handelt, für Rosen, die sich dem Typus nähern, dicht gedrängte Blütenstände haben, die aus einer großen Anzahl mehr oder weniger gefüllten kleinen Blumen bestehen, wie 'Con-certo', 'Orange Triumph', oder solchen mit etwas größeren Blüten, wie 'Alain', 'Joseph Guy', 'Frau Astrid Spaeth', 'Käthe Duvigneau', 'Topsi', oder solchen mit einfachen oder ganz wenig gefüllten Blüten, wie 'Betty Prior', 'Paprika', 'Sarabande', 'Schneeschirm'.
Weil eine genaue Abgrenzung zwischen Polyantha, im Sinn, den wir definiert haben, und den Floribunda nicht möglich ist, präsentieren wir im ausführlich beschreibenden Teil des Buches beide Gruppen in einer einzigen Folge.
Kletterrosen
Bei den Kletterrosen finden wir alle Blütenformen und -anordnungen, wie wir sie bei den Buschrosen antrafen; aber mit noch ausgeprägteren unterschiedlichen Wuchsarten. Wir haben sowohl einmal - als auch mehrmals blühende Kletterrosen mit großen, mittleren und kleinen Blüten.
Der beschreibende Teil des Buches bietet einige Beispiele dieser Kategorien, darunter die interessantesten Neuheiten der letzten Jahre mit mittelgroßen und kleinen Blüten auf remontierenden Varietäten.
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