Die Rose - Gartenblumen
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Gartenpflanzen


Die Rose - Königin der Blumen

Detailliert über die Gartenrosen - Rosarien und Rosengärten



Als die Rosenzüchter immer neue Sorten anboten, wurde der Wunsch laut, sie einem weiten Publikum bekannt zu machen und dasselbe für Rosen zu interessieren. So kam es zur Anlage von öffentlichen Gärten, in denen dieser Wunsch erfüllt werden konnte. Dabei handelte es sich nicht nur darum, möglichst viele Sorten unter den günstigsten Bedingungen zu zeigen, sondern auch dem Garten selbst ein schönes Ansehen zu geben. Diese öffentlichen Gärten, die man Rosarien nennt, wenn sie sich durch ihren Umfang kennzeichnen, spiegeln die ästhetischen Vorstellungen ihrer Zeit wieder.

Öffentliche Rosengärten

Die ersten Rosengärten waren wie die meisten damals üblichen Gärten streng geometrisch gegliedert und riguros symmetrisch angeordnet. Einige Rosarien haben diesen Plan bewahrt, z.B. die von L'Hayles-Roses, Kopenhagen, del Retiro und del Oeste in Madrid. Andere sind aufgelockert, was Plan und Bepflanzung anbelangt. Die Rosen leben in Gemeinschaft mit Gehölzen, hauptsächlich Nadelhölzern, Bäumen, Stauden, Frühlings- und Sommerblumen. Wasserflächen und Wasserspiele bereichern das Bild.

Die bekanntesten deutschen Rosarien befinden sich in Baden-Baden und Dortmund, wo die Rosen nach Rassen, Farben, Ursprungsländern zusammengepflanzt sind, auf der Insel Mainau (in Form eines italienischen Gartens), Mainz, Seppenrade (auf einer ehemaligen Müllkippe), Karlsruhe, Frankfurt, Uetersen (im Gebiet der holsteinischen Rosenzüchter), Zweibrücken, in seiner Gestaltung und der vielfältigen Präsentation der Sorten einer der interessantesten Deutschlands; als Garten im Grenzland enthält er viele französische Rosen. Kleinere Rosengärten befinden sich in vielen andern Städten Deutschlands, ja sogar Vereine von Rosenfreunden haben ihren Rosengarten, so z.B. im Saarland.

In der DDR wurde das vom Verein deutscher Rosenfreunde 1903 gegründete Rosarium von Sangerhausen wieder instand gesetzt. Dort stehen 50000 Rosen in 6000 Sorten. Forst in der Lausitz hat einen bedeutenden Sichtungsgarten.

Von den bekanntesten französischen Rosarien ist das von Bagatelle im französischen Gartenstil angelegt; die Beete sind mit kurzgeschnittenem Buchs eingerahmt und in Rasen eingebettet. L'Hayles-Roses hat ein wahres Rosenmuseum (25000 Rosen, 6000 Sorten). Die neuen Rosarien von Lyon (100000 Rosen in unregelmäßigen, großen Beeten, zusammen mit Nadelhölzern und Stauden) und von Orleans sind sehr frei gestaltet. Der Rosengarten von Saverne (Zabern) im Elsaß ist einer der ältesten Europas, und man ist bestrebt, ihm seine alte Schönheit wieder zu geben.

Zu den schönsten Rosengärten der Welt zählen die beiden Madrider (del Retiro und del Oeste) und der Rosato von Rom. London hat zwei bedeutende Rosarien, den Queen Mary Rose Garden und den Regent's Park. Einen großen Rosengarten hat auch die dänische Hauptstadt Kopenhagen. In Belgien befinden sich Rosengärten in Courtrai, Gent, Melle, Roeulx.

Die verhältnismäßig kleine Schweiz kann sich rühmen, mehrere schöne Rosengärten aufzuweisen: im Park «La Grange» in Genf, den Rosengarten von Bern, den Barockgarten auf Schloß Heidegg, die zwei Gärten von Rapperswil (außer den schönen Anlagen am Züricher See). Bemerkenswert sind auch die kleinen Rosengärt-chen im Gebirgsdorf Braunwald, wo das Verhalten der Rosen in Höhenlagen (bis 1900 m) getestet wird.

Schön mit Kletterrosen bekleidete Pergolen im Rosengarten von Baden-Baden. Man findet unter andern Sorten 'Fugue', dunkelrot, 'New Dawn\ blaßrosa, 'Parkdirektor Riggers', rot, 'Schwanensee', weiß, 'Paul's Scarlet Climber', rot.


Private Rosengärten

Der Liebhaber, der einen Rosengarten anlegen und nicht nur eine große Zahl von Rosen pflanzen will, muss sich darüber klar sein, ob er eine Sammlung von Rosen oder einen harmonisch angelegten schönen Garten haben will. Der Garten kann klein und intim sein, mit einer Mauer oder einer Hecke umgeben, in dem Rosen allein oder in guter Nachbarschaft leben.

Es kann in einem größeren Garten eine reservierte Ecke sein, die mit einer Hecke oder einer niedrigen Mauer umgeben ist. Oder im Gegenteil eine freie Partie, die man in ihrer Gesamtheit vom Fenster dieses oder jenes Zimmers bewundern kann.

Die Beete können regelmäßig sein oder auch nicht. Alte Steine begleiten angenehm die Rosen, und Beete umgeben mit ihrem Charme einen Brunnen oder einen mit Platten bedeckten Platz. Alte Steinbänke, die zwar nicht komfortabel sind, bereichern den Rosengarten und erlauben, mit Wohlgeruch erfüllte Rast zu machen. Die rosa Farbtöne sind Nachbarn der guten Gesellschaft. Es gibt kaum Töne, zu denen sie nicht passen. Sie wirken besonders gut mit samtigdunkelroten, hellgelben und malvenfarbigen Nuancen. Die roten und besonders die samtigroten Töne vertragen sich ausgezeichnet mit violetten Clematis und goldgelben Blumen. Die goldgelben Töne wirken auch gut in der Nachbarschaft von malvenfarbigen Rosen.

Die lebhaft roten Töne werden gemildert durch weiße Flecken. Die orange- und zweifarbigen Rosen sind unbequeme Nachbarn, und man tut gut daran, sie zu isolieren. Doch können die malvenblauen Karpatenglockenblumen, Nepeta und Lavendel einen Übergang bilden zwischen den aggressiven Farben der Rosen und dem Grün des umgebenden Rasens. Diese beruhigende Wirkung wird noch vermehrt durch die grauen Blätter dieser Pflanzen. Es genügt, sie als Einfassung, als Teppich oder selbst in freien Büscheln zu verwenden, wenn die Rosen in unregelmäßigen Beeten oder natürlichen Gruppen beisammen stehen.

Wir machen darauf aufmerksam, dass weiße und lebhaft gelbe Rosen, in genügend großen Gruppen gepflanzt, in der Weite aufhellend wirken und die Perspektive verlängern.

In einem Garten oder in einem Teil desselben, der ein Ganzes bildet, bestehen selbstverständlich die Beete und Gruppen, auch wenn es verschiedene Sorten sind, aus Rosen derselben Kategorie: großblumige, Floribunda-und Polyantharosen, jede für sich. Dagegen bringen Strauch-, Trauer- und Kletterrosen Üppigkeit und Fantasie, ohne die Anordnung des Gartens zu stören.


      





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